Sealine F430
Menü

Testbericht der Sealine F430  

Der hier veröffentlichte Text ist dem vollständigen Yachttest der Zeitschrift "boote" entnommen. Sie können die PDF-Datei mit dem vollständigen Artikel downloaden. Dieser Artikel enthält aussagekräftige Bilder, detallierte Diagramme, Vergleiche zu anderen Yachten sowie präzise technische Angaben. Autor: Ralf Marquard, Heft 7/2018

Zum kostenpflichtigen Download (1,99 €)Yachttest der Sealine F 430

Yachttest der Sealine F430, Testbericht Sealine F430

Testbericht der Sealine F430

Ich bin auf dem Greifswalder Bodden mit der Sealine F430 unterwegs gewesen. Das Wetter war so super, dass ich die Sealine – ohne zu frösteln – bequem von der Flybridge aus fahren konnte. 

Da sieht man mal wieder, wie schön die Ostsee doch sein kann!

Auf dem Oberdeck sorgen Wetbar, Sitzecke und wandelbare Sonnenliege für reichlich Freiluftvergnügen. Eine Etage tiefer im Cockpit steht eine weitere Sitzecke unter dem Flybridgedeck. Das Besondere auf dieser Ebene ist das Zusammenspiel von Salon, Pantry und Cockpit. Wie man das macht? Einfach die große Glasfront zwischen Salon und Cockpit öffnen und der Gemeinschaftsraum ist fertig.

Gut gelöst: die Integration der komplett ausgerüsteten Pantry in beide Räumlichkeiten. Sie steht als U-Form im Salon und schließt mit einem Schenkel zum Cockpit ab, womit sie auch die Plicht bedient. Unter dem Pantryboden sind tiefe Staukästen eingelassen, in denen man beispielweise gut Bier- und Wasserkisten unterbringen kann. Im Salon findet man eine U-Sitzecke, die sich mit der Fahrerbank ganz einfach erweitern lässt. Dazu die Bank per Knopfdruck elektrisch hochfahren, Arretierung lösen und dann die Sitzbank in Richtung Durchgang drehen und wieder feststellen. Wer nicht nur klönen oder essen möchte, sondern fernsehen, der klappt bequem per Knopfdruck den TV auf der Backbord-Seite hoch. Einen schönen Blick hat der Skipper von seinem Plätzchen auf der Flybridge. Praktisch: Durch den Decksausschnitt lässt sich das Heck an Steuerbord sehen, was Anlegemanöver erleichtert. Diese lassen sich sowieso sicher und exakt fahren, denn das Boot hat Podantriebe, die sich per Joystick dirigieren lassen und das „Einparken“ zum Kinderspiel machen.

Sealine F 430 unter Deck

In die Schlaf- und „Körperpflegeabteilung“ im Vorschiff gelangt man über einen Niedergang. Im Bug ist die Master Cabin untergebracht, die mit einem Doppelbett (1,57 m x 1,96 m) und reichlich Stauraum aufwartet. Wie für die Eignerkabine üblich, führt eine Tür direkt in die Nasszelle. Sie hat eine passende Größe und lässt sich gut lüften. Gleiches gilt für die Gäste-Nasszelle. Sie fällt an der Toilette zwar etwas enger aus, hat dafür in der Dusche etwas mehr Platz zu bieten. 

Sehr variabel gestalten die Designer die Sitz-Liege-Kombination auf dem Vorschiff. Der Fahrer sitzt bequem und hat einen guten Überblick sowie eine uneingeschränkte Sicht auf alle Instrumente. Der schönste Platz an der Sonne ist die komplett ausgerüstete Flybridge!

Sealine F 430 unter Maschine

Eine gute Bootslage garantiert Sealine mit Trimmklappen. Dieses System lässt sich auch mit einer Trimm-Automatik be- stellen und macht es damit dem Skipper noch einfacher. Die Klappen drücken den Bug spürbar runter und verbessern die Voraussicht. Wer jetzt glaubt, das Boot wird dadurch gebremst, der irrt. Denn mit Einsatz der Klappen wird das Testboot bei Vollgas sogar noch etwas schneller. Wir erreichten respektable 33,3 kn und das bei einem Lautstärkepegel von 75 db/A am Fahrerohr mit geschlossener Tür. Öffnet man diese, dringen etwa 79 dB/A ans Ohr. Leiser (71 dB/A) wird es bei wirtschaftlicher Fahrt um 3000 U/min, dann fährt die F430 immerhin noch 25 kn und es werden 107 l Diesel pro Stunde durch die Einspritzdüsen injiziert. Daraus errechnet sich eine Reichweite von 218 sm plus 15 % Reserve, was für uns eine Nummer zu mager ausfällt. In Verdrängerfahrt sind Reichweiten jenseits der 1000 sm locker drin. Total soft verlaufen die schnellen Manöver, bei denen die Geschwindigkeit den Radius des gefahrenen Kreises bestimmt. Je schneller, desto größer fällt er aus. Direkt, aber völlig locker reagiert der Rumpf auf pendelnde Ruderbewegungen.

Um die Motoren zu erreichen, muss man die Polster auf der Heckbank entfernen, damit sich die Klappe im Cockpitboden ganz öffnet. Den Abstieg in den Motorenraum erleichtert eine Leiter, die sich zum besseren Hantieren aushängen lässt. Was man da unten sieht, ist geballte Technik mit entsprechend vielen Leitungen, die fest verlegt sind. Positiv fallen ebenfalls die Feuerlöschanlage und die Dieselfilter mit elektrischen Warnmeldern auf. Die Batterien werden über Relais geschaltet und über Wippschalter am Eingang des Salons angesteuert. Beim Thema Bewegungssicherheit gehört natürlich auch der Fly-Aufgang dazu. Um Platz im Cockpit einzusparen, hat die Werft bei den Treppen einen passenden Kompromiss zwischen Stufengröße und schräger Anordnung gefunden. Beim Hochsteigen muss man sich jedoch erst rechts am Handlauf festhalten und ab Höhe der Flybridge zum Handlauf links wechseln. An der großen Badeplattform gibt es neben der einhakbaren Badeleiter noch eine Notstufe.

Fazit des Test der Sealing F 430:

Die Sealine F430 lässt sich mit ihren Kabinen- und Kojen-Anordnungen auf unterschiedliche Bedürfnisse anpassen. Gute Fahreigenschaften, und hier besonders das Joystick- System, geben dem Eigner ein hohes Maß an Sicherheit. Fachmännische Verarbeitung und Installationen runden das Bild ab.

Sealine F430

 
Aussenansicht der Sealine F430 "Titan" in Heiligenhafen
 
 
Schiffsriss der Sealine F430 "Titan" in Heiligenhafen

 
Kojen
6
Kabinen
3 + Salon
Länge
13.55 m
Breite
4.20 m
Tiefgang
1.13 m
Baujahr
2019
Gewicht
13.65 t
Maschine
2 x 272 kW
Wassert.
450 l
Dieseltank
1100 l
Kaution
3.000,00 €
Kojen
6
Kabinen
3 + Salon
Länge
13.55 m
Breite
4.20 m
Tiefgang
1.13 m
Baujahr
2019
Gewicht
13.65 t
Maschine
2 x 272 kW
Wassert.
450 l
Dieseltank
1100 l
Kaution
3.000,00 €