Für unsere Familienwoche mit Boot und Ferienwohnung an der Flensburger Förde war die Sun Odyssey 30i ein sehr guter Kompromiss. Ein ruhigen Tagen fanden vier Erwachsenen und zwei Kinder noch hinreichend Platz. Bei mehr Wind konnten wir zu dritt auch sportlicher Segeln.
Vorteile:
- Überschaubare Länge
- Lattengroß mit zwei Reffs
- Zulassung für 6 Personen
- Strecktaue auf dem Laufdeck
- reichlich Fender, Manöverleine
- die gestufte Badeplattform lädt zu platschendem Badespaß ein
Nachteile:
- recht plump, vertreibt rasch
- eingeschränkte Trimmeinrichtungen
- liegt etwas unruhig auf dem Ruder
- neigt bei mehr Lage zum Sonnenschuss
- kein Kettenvorlauf am Anker
- keine Mittelklampen
Insgesamt ist das Boot für sein Alter in einem vergleichsweise guten Pflegezustand. Das laufende Gut ist frisch, das Lazybag neu und auch die Pantry ist gut ausgestattet. Die Segel sind nicht mehr ganz frisch aber ohne Schäden. Die Griffleisten unter dem Kajütdach könnten mal neu verschraubt und die Türschnapper erneuert werden. Die Trimmeinrichtungen sind sehr überschaubar und in der Handhabung nicht ganz optimal. Der Niederholer ist nur am Mast zu bedienen und nicht hinreichend untersetzt, um ihn unter Last dicht zu holen. Einen Traveller gibt es nicht. Die Reffleine von Reff 1 kann nur manuell dicht geholt werden, weil auf Steuerbord am Niedergang keine Winsch verbaut ist. Für das 2. Reff muss trotz Einleinensystems die Reffleine manuell mit einem Schäkel an der vorderen Reffkausch eingehängt werden. Auch hierfür muss jemand an den Mast. Dabei geben die vorhandenen Strecktaue mehr Sicherheit. Wie andere bereits beschrieben haben, neigt die Sun Odyssey 30i zum Sonnenschuss. Das geschieht recht vorhersehbar bei zu viel Lage. Ein den Bedingungen angepasstes Reff in Groß und Fock bringt Abhilfe. In Böen bleibt auch genug Reaktionszeit, um rechtzeitig Druck aus dem Groß zu nehmen. Bei mehr Wind im Hafen vertreibt das Boot aufgrund seiner großen Angriffsfläche recht leicht. Vielleicht war das der Grund, um auf knapp 9 Metern ein Bugstrahlruder zu verbauen. Kurz: Für Familiensegeln bei handigem Wetter passt alles wunderbar. Es geht auch sportlich (auf der Logge bis 7,8 knt), dann allerdings mit den genannten Einschränkungen.
Die Crew vom Stützpunkt Flensburg war sowohl bei der Übernahme als auch bei der Rückgabe sehr freundlich, geduldig und hilfsbereit. Die anfangs in der Funke noch fehlenden Positionsdaten wurden rasch eingerichtet.
Wir hatten mit der Thunder eine schöne und abwechslungsreiche Woche auf der Flensburger Förde. Insgesamt entsprach das Boot dabei unseren Erwartungen.


