Oceanis 48
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Testbericht der Oceanis 48  

Der hier veröffentlichte Text ist dem vollständigen Yachttest der Zeitschrift "Yacht" entnommen. Sie können die PDF-Datei mit dem vollständigen Artikel downloaden. Dieser Artikel enthält aussagekräftige Bilder, detallierte Diagramme, Vergleiche zu anderen Yachten sowie präzise technische Angaben. Autor: Michael Good, Heft 25-26/2011

Zum kostenpflichtigen Download (3,-€)Yachttest der Oceanis 48

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Ein Konzept für drei Schiffe: Oceanis 41, 45 und Oceanis 48

Zwei Dinge stechen sofort ins Auge: der markante Targabügel über dem Cockpit und die große Badeplattform. Beide Details charakterisieren die neuen Oceanis und bedürfen einer gesonderten Betrachtung. Der Bügel ist eine Art Multitool. Das massive und äußerst robust konstruierte Formteil übernimmt in erster Linie die Großschot aus dem Cockpit. Das hat vor allem beim Touren viele Vorteile, so wirkt der Schotzug auf den Baum effektiver, und dank flachem Winkel kann das Segel besser und kontrollierter getrimmt werden. Auch bietet der Targabügel eine willkommene Aufnahme für die Sprayhood. Die fällt bei den neuen Modellen auffällig groß und wuchtig aus. Für das Auge ist das bestimmt gewöhnungsbedürftig, hier steht die Schutzfunktion vor optischen Aspekten. Allerdings hat der Bügel auch Nachteile. Der Großbaum muss so ungewöhnlich hoch am Mast angeschlagen werden. Darunter leidet die Performance unter Segeln weniger als die Erreichbarkeit beim Auf tuchen des Segels, das gilt trotz Lazy-Bags. Der Baum ist aus dem Stand ab Deck nicht erreichbar, Kletterpartien auf den Targabügel sind unumgänglich. Allerdings gibt es dafür weder Trittstufen noch Haltemöglichkeiten. Um den Reißverschluss am Segelkleid zuzuziehen, muss man Kopf und Kragen riskieren. Abhilfe schafft da nur die Option auf einen Rollmast.

 

Oceanis 48: Badeplattform 

Über eine recht komplizierte Mechanik wird die Badeplattform am Heck abgefiert und faltet sich dabei förmlich zu einer riesigen Badeterrasse auf. Unterstützt wird der Vorgang, der knapp 30 Sekunden dauert, von zwei Elektromotoren. Die abklappbare Seebühne ist der Standard -Lieferumfang für alle drei neuen Oceanis- Modelle, funktioniert ab Werft gut und erfreut in seiner smarten Art fraglos besonders die Anhänger technischer Spielereien. Nur Knopfdrücken allerdings genügt nicht. Zum Absenken ist als Erstes die Plattform zu entriegeln, dann müssen die vier Heckdrähte der achtern durchlaufenden Reling abgeschäkelt werden. Vergisst man das, könnte die Mechanik oder auch die Struktur Schaden nehmen, die Motoren sind für Zerstörungen stark genug. Zudem blockiert die geschlossene Plattform die sonst sehr geräumigen Stauräume am Heck. Wichtiger ist dieser Umstand noch hinsichtlich der ebenfalls achtern gestauten Rettungsinsel - auch sie kann nur bei geöffneter Klappe problemlos eingesetzt werden. Beneteau ist sich des Problems bewusst, man arbeitet an einem System zur schnellen und von der Elektrik unabhängigen Entriegelung der Plattform im Notfall- ein zwangsläufiger Schritt.

 

Oceanis 48: Cockpitlayout

Das Layout im Cockpit ist ungemein praxisorientiert. Die Genuaschot wird auf große Winschen beim Steuermann umgelenkt, das Großsegel trimmt man auf der Winsch beim Niedergang. Die typisch fahrtenorientierte und mehrfach bewährte Anordnung funktioniert bei den neuen Typen ebenfalls einwandfrei. Auch die doppelte Steuerung arbeitet mechanisch fehlerlos und trotz der langen Wege auf den Quadranten leichtgängig sowie fast ohne Spiel. Allerdings ist für die Lenkung nur ein durchgehendes Kabel verbaut, für beide Räder. Bei einem Defekt der Frische Ideen in guter Umsetzung Viel Aufmerksamkeit verdient der Wohnraum unter Deck, angefangen beim Niedergang. Der ist nämlich schön flach gehalten, wie eine Treppe zu Hause. Der Neigungswinkel beträgt 45 Grad, normalerweise sind diese Bereiche deutlich steiler, mit einem Winkel von 60 oder sogar 70 Grad. Speziell die etwas älteren Segler werden das erfreulich finden. Die eher dunkel gebeizten Mahagoni- Furniere für den Innenausbau sind mittlerweile schon zu einem Markenzeichen für die Beneteau -Yachten geworden. Und es werden werftseitig keine Alternativen dazu angeboten - man muss das also mögen. Dafür haben die Innendesigner des Mailänder Studios Nauta die Interieurs der neuen Oceanis-Modelle mit vielen hellen Flächen optisch aufgelockert, das flächige Hauptschott und auch die Deckenpaneele beispielsweise wurden mit weißem Kunstleder überzogen. Zusammen mit den ebenfalls weißen Polsterungen beim Testschiff ergibt sich ein markanter Hell-Dunkel-Kontrast. Natürlich sind für die Polster auch Farb- und Materialvarianten erhältlich. 

 

Oceanis 48: Zimmer mit Ausblick – Luxustourer 

Noch mehr Varianten beim Innenausbau und ein Vorschiff mit Besonderheiten. Die Oceanis 48 hat schon viel von einem Luxustourer und bietet hohen Komfort in allen Schiffsbereichen

Die Oceanis 48 überträgt das neue Tourenkonzept von Beneteau ins größere Schiffssegment - ebenfalls in optischer Gleichförmigkeit. Und mit einer Länge von 14,30 Metern kann sie bereits Fühlung zum Luxusmarkt aufnehmen, wo Beneteau mit den größeren Modellen Oceanis 50, 54 und 58 schon prominent vertreten ist. Damit ist die Reihe im gehobenen Sektor komplett und aktuell.

Von außen wiederum dasselbe Thema: die kompromisslose Übernahme der Schiffslinien in proportionaler Anpassung zur Länge der Yacht. Auch hier die gleichen Features und dieselben Details wie bei den kleineren Schwestern Oceanis 41 und 45, angefangen bei der Position der Beschläge bis hin zur Mechanik der Badeplattform. Augenscheinlich sind lediglich zwei Änderungen: Die Rumpffenster sind bei der 48er deutlich größer und die Kimmkanten (Chines) kürzer und weniger markant als bei den kleineren Typen. Die Konstruktion der Oceanis 48 stammt von Berret- Racoupeau Yacht Design, Beneteaus Partner für alle großen Yachten. Die Konzeptabgrenzung findet auch bei der 48er unter Deck statt. Wiederum basieren die Schiffsbereiche Salon, Pantry, Navigation sowie das Bad achtern bei der Standardausführung mit zwei Kabinen auf dem selben Grundlayout.

Die Möbel sind hier der Schiffsgröße angepasst, vor allem die Küche wird deutlich größer und erhält einen zusätzlichen Pantryblock mit Doppelspüle am Niedergang. Abermals ist das Vorschiff der Abräumer bei der Volumenaufteilung. Im Vergleich zur 45er ist das Inselbett mit deutlich großzügigeren Platzverhältnissen eingebaut, es geriet auch in Schulterhöhe breit genug. Ausgefallen erscheint die Anordnung und Ausführung der Toiletten- und Wascheinrichtungen. Die Dusche ist als eigene Zelle nur von Plexiglas umgeben - das ist speziell und reinigungsintensiv. Das WC wiederum wurde in einer separaten Zelle untergebracht. Als Besonderheit steht das Waschbecken mit Spiegelschrank komplett frei im Vorschiff. Das erscheint als Lösung vorerst mal neu und anders - ob der Markt dies annimmt, wird sich erst noch zeigen müssen. Auch für die Oceanis 48 sind die Alternativen zum Standardlayout vielfältig. Machbar sind bis zu fünf Kabinen und vier Nasszellen. Bei der Familien- oder Charterversion mitgeteiltem Vorschiff erhalten beide Kammern jeweils ein eigenes Bad mit Toilette.

 

Oceanis 48: Fazit Yachttest – Chapeau, Beneteau!

Gefällige Linien, attraktive Ausstattungspakete, ordentliche Bau- und Ausbauqualitäten sowie viele schöne Details- so präsentieren sich die neuen Tourer von Beneteau. Dazu kommt ein ungewöhnliches, aber ungemein zielgerichtetes und zudem auch sinnvolles Schiffskonzept mit modularen Ausbaustufen. Ob die Kunden dies schätzen oder trotz allem mehr Varianz auch in optischer Hinsicht wünschen, wird sich zeigen. Das Projekt zeugt jedenfalls von Mut und Zuversicht. Chapeau, Beneteau!

 

Hier finden Sie eine Übersicht von Testberichten zu allen Yachten

Oceanis 48

 
Aussenansicht der Oceanis 48 "Lukas" in Punat
 
 
Schiffsriss der Oceanis 48 "Lukas" in Punat

 
Kojen
12
Kabinen
5 + Salon
Länge
14.60 m
Breite
4.74 m
Tiefgang
2.17 m
Baujahr
2014
Gewicht
12.60 t
Maschine
55.00 kW
Wassert.
690 l
Dieseltank
200 l
Kaution
1.500,00 €
Datenblatt
Kojen
12
Kabinen
5 + Salon
Länge
14.60 m
Breite
4.74 m
Tiefgang
2.17 m
Baujahr
2014
Gewicht
12.60 t
Maschine
55.00 kW
Wassert.
690 l
Dieseltank
200 l
Kaution
1.500,00 €
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