Yachttest der Lagoon 38
Test des Lagoon 38 der "YACHT"
Michael Good beschreibt die Lagoon 38 als konsequente Neuinterpretation des kompakten Fahrtenkatamarans. Der Vorgänger Lagoon 380 blieb über zwei Jahrzehnte im Programm und wurde mehr als 1.000-mal gebaut. Seine überschaubaren Abmessungen, das einfache Handling, der vergleichsweise attraktive Preis und die Wahl zwischen drei oder vier Kabinen machten ihn für Eigner und Charterunternehmen gleichermaßen interessant. Entsprechend hoch liegt die Messlatte für das neue Modell.
Zusammenfassung des Tests der "Yacht"
Voluminöse Bugsektionen schaffen ein neues Raumkonzept
Die Konstruktion stammt erneut von VPLP Design. Besonders auffällig sind die weit vorn sehr voluminösen Rümpfe mit ausgeprägten Kimmkanten. Unterhalb der Wasserlinie bleiben die Linien vergleichsweise schlank, während oberhalb davon erheblich mehr Platz entsteht. Lagoon nutzt dieses Volumen vor allem für die vorderen Kabinen. In der Eignerversion wandert die große Schlafkabine in den Bug des Backbordrumpfs. Dadurch liegt sie weiter von Motoren, Cockpit und dem Betrieb am Heck entfernt und erhält über größere Luken mehr Licht und Belüftung.
Die Eignerkoje nutzt die gesamte Rumpfbreite und misst im Schulterbereich rund 1,80 Meter. Achtern befindet sich eine ungewöhnlich große Nasszelle mit separater Dusche. Zwischen Schlafbereich und Bad bleibt Platz für einen zusätzlichen Bereich, der als Büro, Ankleide oder offener Stauraum dienen kann. Im Steuerbordrumpf liegen zwei Doppelkabinen und eine mittig angeordnete Nasszelle mit separater Dusche. Die Charterversion übernimmt diese Aufteilung spiegelbildlich für beide Rümpfe und bietet insgesamt vier Kabinen.
Salon und Cockpit funktionieren als gemeinsamer Lebensraum
Der Salon selbst ist eher kompakt. Seine Stärke entsteht durch die breite Verbindung zum Außencockpit. Bei geöffneter Schiebetür lassen sich beide Bereiche gemeinsam nutzen; mit den variabel angeordneten Sitzgruppen und Tischen finden bis zu zehn Personen Platz. Die Pantry bietet große Arbeitsflächen und gut erreichbaren Stauraum. Für einen vollwertigen Navigationstisch reicht der Raum dagegen nicht. An seiner Stelle ist lediglich eine offene Ablage vorgesehen.
Segeltest bei anspruchsvollen Bedingungen
Der YACHT-Test fand vor Barcelona bei stark schwankendem Wind zwischen vier und fünf Beaufort sowie 1,50 bis 2,00 Meter hohem Schwell statt. Gegen den Wind erreichte die Lagoon 38 maximal 6,0 Knoten bei mindestens 55 Grad zum wahren Wind. Das Ergebnis bewertet der Tester als ordentlich, aber nicht begeisternd. Als wesentliche Ursache nennt er die kleine serienmäßige Selbstwendefock. Eine größere überlappende Genua ist auch optional nicht vorgesehen.
Ab etwa 80 Grad wahrem Windwinkel verbesserte der ausgerollte Code Zero die Leistung deutlich. Nach Einschätzung der YACHT gehört ein solches Leicht- und Raumwindsegel deshalb praktisch zu einer stimmigen Segelgarderobe, obwohl es aufpreispflichtig ist. Ohne dieses Zusatzsegel lassen die Leistungen auf offenen Kursen spürbar nach.
Kritik am Layout des Steuerstands
Alle Fallen, Schoten und Trimmleinen werden zum seitlich erhöhten Steuerstand geführt. Dort steht serienmäßig jedoch nur eine 40er-Winsch zur Verfügung. Die YACHT hält sie für die auftretenden Lasten für zu klein. Die Großschot wird über zwei getrennte Taljen statt über einen Traveller geführt. Das erlaubt einen wirksamen Trimm, verlangt bei Manövern aber das Nachführen beider Schotzüge. Aus Sicht des Testers fehlt mindestens eine weitere Manöverwinsch.
In der Gesamtwertung überzeugen vor allem das neue Ausbaukonzept, die Eignerkabine im Vorschiff, das einhandtaugliche Grundlayout und die effiziente Großschotführung. Als Schwächen nennt die YACHT die geringe Segelfläche am Wind, die einzelne Winsch sowie fehlende Festhaltemöglichkeiten. Preislich sieht der Bericht die Lagoon 38 auf einem wettbewerbsfähigen Niveau innerhalb der kleinen Klasse der Fahrtenkatamarane.
Autor: Michael Good
Datum: 30. April 2026
Test des Lagoon 38 von "Sail Magazine"
Zuzana Prochazka untersucht, ob die Lagoon 38 an den außergewöhnlichen Erfolg der Lagoon 380 anknüpfen kann. Das neue Modell ist nach der Lagoon 43 der zweite Vertreter der jüngsten Modellgeneration. Obwohl die Abmessungen überschaubar bleiben, vermittelt der Katamaran nach Einschätzung der Autorin das Raumgefühl einer deutlich größeren Yacht.
Zusammenfassung des Reviews von "Sail Magazine"
Viele Aufenthaltsbereiche auf 38 Fuß
Auf dem Vorschiff ergänzt eine gepolsterte Sitz- und Liegefläche die asymmetrisch geteilten Trampoline. Weitere Liegeplätze befinden sich auf dem Bimini und im Cockpit. Eine dreiteilige Glastür trennt Salon und Cockpit. Vollständig geöffnet verschwindet sie vor und unter dem Steuerstand, sodass innen und außen zu einem großen zusammenhängenden Wohnbereich werden.
Der Cockpittisch auf der Backbordseite wird durch eine bewegliche Bank ergänzt, die je nach Bedarf nach innen oder außen ausgerichtet werden kann. Am Heck und an Steuerbord gibt es weitere Sitzgelegenheiten. Die breiten Badeplattformen reichen über die Rumpfseiten hinaus und erleichtern das Einsteigen von einem seitlichen Steg.
Steuerstand mit guter Sicht, aber knapper Leinenablage
Am erhöhten Steuerstand können Rudergänger und eine zweite Person gleichzeitig arbeiten. Die meisten Leinen laufen zu einer einzigen Winsch und mehreren Klemmen. Ein zwölf Zoll großes Raymarine-Display, Instrumente und Autopilot liegen im direkten Blickfeld. Die Sicht ist in alle Richtungen gut, auch zur achteren Backbordecke. Als zu klein bewertet die Autorin den Schotensack am Steuerstand. Auch der Aufstieg auf das Bimini könnte mit zusätzlichen Griffmöglichkeiten sicherer gestaltet sein.
Optional können vier Solarpaneele auf dem Dach und drei weitere auf den Davits zusammen bis zu 1.420 Watt liefern. Auf den Seitendecks sind Handläufe vorhanden; im vorderen Bereich wären nach Ansicht der Testerin zwei zusätzliche Griffe sinnvoll.
Offener Salon und zwei Ausbauvarianten
Die Sitzgruppe zieht sich an Backbord entlang und setzt sich optisch bis ins Cockpit fort. Die Pantry erstreckt sich überwiegend über die vordere Salonseite. Herd, Backofen und eine hohe Kühlkombination stehen an Steuerbord. Die Anordnung unterscheidet sich von klassischen Eckpantrys und nutzt die Grundfläche effektiv. Ein UV-Filtersystem für das Tankwasser gehört zur Standardausstattung.
Die Lagoon 38 wird mit drei oder vier Kabinen und jeweils zwei Nasszellen angeboten. In der Eignerversion nimmt die Suite den gesamten Backbordrumpf ein. Das Bett liegt vorn, die große Nasszelle mit separater Dusche achtern. Auf der Steuerbordseite teilen sich zwei Doppelkabinen ein Bad. Für die Charterversion werden beide Rümpfe mit jeweils zwei Kabinen ausgebaut.
7,2 Knoten bei 16 bis 18 Knoten Wind
Der Segeltest fand auf der Chesapeake Bay bei böigem Wind mit 16 bis 18 Knoten statt. Auf Halbwind erreichte die Lagoon 38 7,2 Knoten. Bei etwa 50 Grad scheinbarem Wind sank die Geschwindigkeit mit Squaretop-Großsegel und Selbstwendefock auf 6,5 Knoten. Die Wenden gelangen schnell, das Ruder blieb leicht und die Bedienung der Leinen einfach. In der kurzen Welle zeigte der Katamaran eine gewisse Stampfbewegung.
Die Testerin hält einen Code Zero für wichtig, um Einsatzbereich und Leistung des Segelplans zu erweitern. Beim Test war dieses Segel nicht an Bord. Zwei Yanmar-Diesel mit jeweils 29 PS gehören zur Standardausstattung und ermöglichen rund sechs Knoten Reisegeschwindigkeit unter Motor. Für längere Reisen bewertet der Bericht vor allem die serienmäßige Frischwasserkapazität als knapp und empfiehlt die Ergänzung eines Wassermachers.
Insgesamt sieht SAIL Magazine in der Lagoon 38 einen handhabbaren Fahrtenkatamaran, der auf kleiner Grundfläche ungewöhnlich viel Wohn- und Aufenthaltsraum bereitstellt. Ob Interessenten angesichts der Aufpreise zur größeren Lagoon 43 wechseln, bleibt aus Sicht der Autorin die entscheidende Marktfrage.
Autorin: Zuzana Prochazka
Datum: 26. Februar 2026