Test der Dufour 44 von Yacht
Im Yacht-Test vom 16.04.2024 nimmt Autor Michael Good die neue Dufour 44 unter die Lupe. Untersucht wird, wie sich das voluminös gezeichnete Mittelklasse-Fahrtenboot zwischen Komfortanspruch und sportlichen Ambitionen positioniert und welche Stärken das neue Raum- und Deckskonzept gegenüber dem Vorgängermodell bietet. Im Fokus stehen Segeleigenschaften, Handling sowie die Marktpositionierung der Yacht in der Klasse um 13 Meter Rumpflänge.
Dufour 44 – Voluminöses Tourenschiff mit guter Portion Sportlichkeit im Test
Die Dufour 44 ist ein neues Mittelklasse-Fahrtensegelboot der französischen Werft Dufour Yachts, das in eine seltene Größenkategorie mit etwa 13 Meter Rumpflänge fällt und damit zwischen den üblichen Wettbewerbsgrößen positioniert ist. Die Yacht lotet die Grenzen der Volumenmaximierung aus und zeigt, wie viel Raum und Komfort auch in dieser Größe möglich sind. 
Designphilosophie und Raumkonzept
Dufour hat mit der Dufour 44 klar auf mehr Volumen und komfortables Wohnambiente gesetzt. Die opulenten Rumpfformen sorgten schon bei der Weltpremiere auf der Messe boot Düsseldorf für Diskussionen über Sinn und Ästhetik des Designs. Mit einer Breite von 4,45 m, erheblichem Freibord und ausgeprägten Kimmkanten bietet der neue Rumpf deutlich mehr Innenraum als viele klassische 13-Meter-Yachten. 
Die Yacht gehört zu einer Flottenneuerung, bei der Dufour das Vorgängermodell Dufour 430 Grand Large bereits wieder ersetzt hat. Die langjährigen Designpartner von Felci Yacht Design zeichneten auch für den Rumpf und das Deckslayout der Dufour 44 verantwortlich. 
Deck und Cockpit
Das Decklayout übernimmt in weiten Teilen das Konzept der kleineren Dufour 41, wurde aber angepasst: Zwischen den Steuerständen und dem Süllrand wurde mehr Platz geschaffen, und es wurde eine Stufe eingebaut, die den Übergang vom Cockpit auf das Laufdeck erleichtert. Diese Stufen dienen zugleich als Schapps für Leinen. 
Optional können im Cockpit insgesamt sechs Winschen installiert werden, was eine getrennte Bedienung von Schoten ohne Umlegen erleichtert. Die Käufer haben zudem die Wahl zwischen einer überlappenden Genua mit Holepunkten auf dem Kajütdach oder einer kleineren Selbstwendefock. 
Segelperformance und Handling
Im exklusiven YACHT-Test zeigte die Dufour 44 ein überraschend dynamisches Verhalten unter Segel. Trotz ihres voluminösen Rumpfes lässt sich die Yacht lebhaft steuern und liefert auch bei moderaten Windbedingungen eine ordentliche Performance. Sie reagiert gut auf Steuerimpulse und nimmt Wellen ohne ausgeprägtes Stampfen. Hart am Wind erreichte das Schiff im Test rund 6,8 Knoten, eine respektable Geschwindigkeit für eine Fahrtenyacht dieser Größe. Die Wendewinkel lagen um 85 Grad, was für ein solches Boot als sehr gute Manövrierfähigkeit gilt. 
Für ambitioniertere Segler bietet Dufour das Ocean Version-Paket an, das zusätzliche Trimmoptionen wie verstellbare Holepunkte für Genua, Traveller für die Großschot und zusätzliche Winschen umfasst. Dieses Paket kann für einen vergleichsweise moderaten Aufpreis bestellt werden und adressiert ausdrücklich Skipper, die eine sportlichere Nutzung anstreben. 
Badeplattform und Komfort
Die Dufour 44 überzeugt auch im Bereich der Nutzerfreundlichkeit an Bord. Die broad Badeplattform mit einer Breite von etwa 2,90 m ist Teil der Serienausstattung und lässt sich bei Bedarf bis auf etwa eine halbe Meter über Wasser öffnen. Eine stabile Badeleiter erleichtert das Ein- und Aussteigen vom Wasser aus. 
Preis und Marktposition
Mit einem Grundpreis von rund 353.400 Euro (inklusive Mehrwertsteuer, Motor und Segeln) positioniert sich die Dufour 44 etwas günstiger als einige Wettbewerber aus der Mitte der Großserie, die oft mindestens einen halben Meter länger sind. Dieses Preisniveau steht im Einklang mit der etwas geringeren Rumpflänge und macht die Yacht zu einem attraktiven Paket für Eigner, die Komfort, Raum und gute Segelqualitäten zu einem wettbewerbsfähigen Preis suchen. 
Einsatzbereich und Zielgruppe
Die Yacht richtet sich an Segler, die in der Klasse um 13 Meter ein ausgewogenes Paket aus Raum, Komfort und Segeleigenschaften suchen. Durch ihr großzügiges Innenraumlayout, die flexiblen Deckoptionen und die mögliche sportlichere Ausstattung ist die Dufour 44 sowohl für Familien- und Fahrtentörns als auch für sportlichere Kreuzfahrten geeignet. 
Review von Rupert Holmes für Yachtingworld
Im Test von Yachting World vom 20.09.2024 analysiert Autor Rupert Holmes die neue Dufour 44 und untersucht, wie das Fahrtenboot gesteigerten Raumkomfort mit soliden seglerischen Eigenschaften verbindet. Im Fokus stehen Rumpfkonzept, Performance bei leichtem Wind, Steuergefühl sowie das moderne Decks- und Innenlayout. Der Test zeigt, wie Dufour Volumen, Alltagstauglichkeit und Segelspaß in der 44-Fuß-Klasse ausgewogen kombiniert.
Dufour 44 – Mehr Raum bei gleichbleibender Performance
Die Dufour 44 zeigt in einem unabhängigen Test von Yachting World, wie ein modernes Fahrtenboot mehr Volumen und Komfort mit guten seglerischen Eigenschaften verbindet. Der Umberto-Felci-Rumpf ist so gestaltet, dass er trotz breiterer Formen unter Deck eine geringe benetzte Fläche und damit gute Performance im leichten Wind erzielt. Bei einem Testtörn vor La Rochelle zeigte die Yacht bereits bei nur 8 Knoten wahrem Wind konstante fünf Knoten Fahrt, steigerte sich bei stärkerem Wind auf bis zu rund 6,5 Knoten und blieb dabei gut kontrollierbar. 
Rumpf und Segelperformance
Der Rumpf der Dufour 44 trägt die Breite vergleichsweise weit nach vorn, sowohl auf Deck als auch am Chine. Gleichzeitig erzeugen ein relativ schmaler Wasserlinienriss und viel Volumen über der Wasserlinie zusätzlichen Platz, ohne dem Schiff übermäßigen Widerstand zu verleihen. Gerade bei leichtem Wind wirkt sich das günstig aus: Schon bei 8 Knoten wahrem Wind segelte das Boot zuverlässig rund fünf Knoten, bei 12 Knoten Wind waren 6,5 Knoten drin. Die Yacht lässt sich durch ihre Form gut trimmen; der typische Wendewinkel lag im Test bei etwa 95 Grad oder weniger, was für ein Boot dieser Größe eine ordentliche Wendigkeit zeigt. 
Die Zusammenarbeit mit dem Segelmacher Elvström trug dazu bei, eine ausgewogene Segelbalance zu erzielen. Die getestete Version war mit optionalen, technisch hochwertigen Segeln ausgerüstet, die eine gute Mischung aus Tiefgang und Antriebskraft bieten. 
Steuergefühl und Handling
Die Dufour 44 nutzt einen einzelnen tiefen Ruderblatt-Entwurf, was laut Test eine direktere Reaktion am Steuer ermöglicht als viele moderne Zwilling-Ruder-Konzepte. Selbst bei kräftigerem Wind von über 25 Knoten behält das Ruder ausreichend „Biss“; das Boot reagierte unmittelbar auf Steuerkommandos. 
Beim Abfallen auf breitere Winkel gelang es unter 9 Knoten wahrem Wind, rund 7 Knoten Boots-Geschwindigkeit zu halten – auch ohne asymmetrischen Spinnaker konnte der volle Performance-Bereich auf Halb- und Raumschenkeln nicht komplett ausgeschöpft werden, was aber die grundlegende Segeleffizienz unter normalen Bedingungen nicht schmälert. 
Decklayout und Ausstattung
Die Steuerstände sitzen weit außen, was dem Steuermann eine gute Sicht auf die Vorsegelkante gibt. Die Sitzfläche hinter dem Rad ermöglicht längere Passagen bequemes Steuern. Wegen der etwas höheren Cockpitsohle liegen die Seitendecks relativ niedrig, bieten aber ausreichend Bewegungsfreiheit. 
Die getestete Yacht war mit sechs Winschen und der charakteristischen Dufour-Außenküche auf der Badeplattform ausgestattet, inklusive Grill und Kühlschrank im Cockpittisch – ein Komfort, der bei Fahrtenyachten dieser Größe zunehmend gefragt ist. 
Innenraumgestaltung
Im Salon fällt die moderne Gestaltung nach Ardizio Design auf: Eine große C-förmige Sitzlandschaft mit einem hexagonalen Tisch schafft einen großzügigen Aufenthaltsbereich. Drei bewegliche Stoffhocker lassen sich flexibel positionieren und erweitern den Sitzbereich.
Allerdings gibt es keine feste Navigationsstation – stattdessen ist ein klappbares Laptop-Tablett vorgesehen, was den Trend zu digitaler Navigation widerspiegelt. 
Die Stauraumnutzung unter Deck wurde im Vergleich zu älteren Designs verbessert. Praktisch angeordnete Schubladen unter den Bänken machen den Raum gut nutzbar. Gleichzeitig bleibt der Innenraum – wie bei vielen modernen Yachten – auf See komfortabler bei moderaten Bedingungen als bei starkem Krängungswinkeln. 
Fazit der Testredaktion
Die Dufour 44 macht im Test einen runderen und moderneren Eindruck als viele ältere Großserien-Cruiser. Sie kombiniert ein großzügiges Raumangebot mit guter Performance über ein breites Windfeld, einem direkten Steuergefühl und einem komfortablen Decklayout. Die Yacht ist damit für Fahrer interessant, die lange Streckenkomfort und Alltagstauglichkeit erwarten, ohne auf handfeste Segelqualitäten zu verzichten.