Hanse 385
Die neue Hanse 385 soll als konsequente Neuentwicklung aus dem Bremerhavener Büro von Judel/Vrolijk & Co. an die Modelle 445, 495 und 545 anknüpfen. Sie tritt die Nachfolge der erfolgreichen 37-Fuß-Reihe an, welche bisher weit über eintausend Einheiten hervor gebracht hat.
Natürlich übernimmt auch die Neue aus Greifswald die Hanse-typischen Entwicklungen, wie etwa das integrierte Selbstwendefock-System mit einem darauf abgestimmten, vergleichsweise hohen Segelplan. Alternativ zur Selbstwendefock bietet Hanseyachts für das neue Schiff nun auch eine Genua mit 106 Prozent Überlappung an. Entsprechend dem neuen Schiffskonzept von Hanse werden auch bei der 385er sämtliche Schoten, Fallen und Strecker unter Deck in die unmittelbare Erreichbarkeit des Steuermanns gelenkt. Das Laufdeck bleibt damit frei von Beschlägen, und das Schiff wirkt so sehr aufgeräumt. Neu ist die große und klappbare Badeplattform am Heck. Dahinter verstecken sich die Stauräume für die Rettungsinsel und für die Gasflaschen.
Kategorie : Segelyacht | wong it! 5 Kommentare »

am 22. Mai 2012 um 08:00 Uhr | #
Sehr geehrte Damen und Herren,
die oben bezeichnete Segelyacht erwies sich als typischer, zuverlässiger und komfortabler Familiensegler.
Allerdings ab Windstärke 6 Bft. fiel die Deckenverkleidung in der Bugkabine herunter, Schapps und Türen gingen auf, Lebenmittel und Geschirr fiel raus, obwohl die Schapps ordentlich verschlossen waren!
Auch eine Lampenfassung fiel von der Decke im Salon.
Die Schlauchführung der Aussendusche sollte mal überdacht werden, da der Schlauch auf der Heizung zu liegen kam und durchschmorte. Somit hatten wir bei jedem Start der Pumpe Wasser in der Bilge.(Problem wurde durch den Serviec 1. Klasse Yachten behoben)
Die Kabinen und der Salon sind sehr geräumig. Platz für uns 5 Personen war reichlich vorhanden. Die Polster waren sehr bequem aber nicht zu weich. Spüle, Kühlschrank, Toilette und Gasherd funktionierten einwandfrei.
Die Segeleigenschaften sind recht ordentlich. Allerdings, bedingt durch die Selbstwendefock kann man im Vergleich zu anderen sehr wenig Höhe laufen. Hier wären Genuaschienen hilfreich gewesen.
Bei Bft 6 sind durchaus 8,5 Kn. zu segeln.
Der Gashebel war eine Freude in der Bedienung und Handbabung. Nur Vollgas konnte man nicht geben, da durch die Länge des Gashebels bedingt, dieser an das Lautsprechergitter anschlug. 2600 U/min waren aber auch ausreichend.
Das Bugstrahlruder funktionierte sehr zuverlässig.
Das Ruder sprach gut an, der Radeffekt war nach meinem Eindruck nur sehr gering spürbar.(Sehr angenehm)
Das Boot ließ sich leicht manövrien.
Trotz der oben beschriebenen Probleme ist die Yacht zum Chartern zu empfehlen.
Mit seglerischem Gruß
Michael Sethmann
am 12. Juni 2012 um 22:24 Uhr | #
Sehr geehrte Damen und Herren,
auch wir hatten zwei schöne Wochen auf der Enigma (Hanse 385). Das Boot ist sehr komfortabel und bietet viel Platz. Bei einem gemeinsamen Frühstück mit einer anderen Crew bot das Boot sogar 12 Leuten genug Platz im Salon.
Bei etwas mehr Wind fielen allerdings auch bei uns die Lampenfassungen von der Decke und auch die Beschläge der Schapps hielten nicht so recht. Schlingerleisten, Kartentisch und Leisten entlang der Decke, an denen man sich fest halten kann, machten das Segeln dabei aber trotzdem möglich und vor allem sicher.
Was das wirkliche segeln betrifft, haben mir am Ende dann aber doch mindestens Winsch 3 und 4 für die Bedienung der Falle und Reffleinen gefehlt. Auch die Selbstwendefock, ohne die Möglichkeit auf Genuaschienen ausweichen zu können, störte am Ende.
Wer Spaß am Trimmen hat und auch mal gerne ein Segel wechselt, für den ist das Boot nicht wirklich zu empfehlen. Für einen gemütlichen Törn aber allemal!
Mit freuntlichem Gruß,
Niewerth
am 22. Juni 2012 um 19:35 Uhr | #
Moin, moin, liebe Charterer. Vielen Dank für die Beiträge zu Hanse 385. Ich bin er Eigner und natürlich sehr daran interessiert, was auf dem Boot so abgeht. Dabei freue ich mich über Lob und auch Kritik an der Yacht. Ich selbst habe das Boot bei bis zu 8 Windstärken Anfang April überführt und auch schon einen Törn unter Starkwind gemacht. Entsprechend sind auch meine eigenen Erfahrungen- die ich allerdings nicht mit meinen beiden Chartergästen ganz teilen kann. Die Lampenfassungen sind mehr als ärgerlich, verstehe ich. Die Deckenverkleidung- naja, das war die Verkleidung für die indirekte Beleuchtung in der Vorderkabine- habe ich jetzt selbst behoben. Insgesamt hat Hanse wohl überall zu kurze und zu dünne Schrauben drin. Hat mich selbst geärgert- wird aber demnächst von uns nachgearbeitet. Was den Gashebel angeht: Der ist nicht zu lang. Der Hebel hat im oberen Teil eine Kunststoffende. Dieses Ende kann man abziehen- entsprechend auch etwas höher ziehen. Geschieht das mal, ist der Hebel zu lang- steckt das Ende richtig drauf, passt der Hebel natürlich und es kann Vollgas gegeben werden.
Was die Winschen angeht- da fehlen meiner Ansicht nach keine. Durch das neue Traveler-System der Hanse ist da kaum noch Arbeit und die Winsch kann faktisch neu genutzt werden und für Reffleinen- da habe ich noch niene Winsch für benötigt. Das Ganze ist Gewöhnungsbedürftig-keine Frage. Aber beim zweiten Törn hatte ich mich dran gewöhnt.
Die Selbstwendefock, richtig dicht geholt macht gut Höhe- schlecht ist Sie definitiv bei achterlichem Wind. Aber Hanse bietet keine Alternativen mehr an.
Eine kleine Bitte an alle: Die Selbstwendefock bei Starkwind nicht reffen. Da geht das Ding ganz schnell in die Brüche. Für die Fälle haben wir als Coversail eine Sturmfock an Bord, die schnell gesetzt ist und als Selbstwendefock gefahren werden kann.
Viel Spaß auf dem Boot. Verbesserungsvorschläge sind willkommen.
Beste Grüße Wolfgang Kiene
am 24. Juli 2012 um 14:56 Uhr | #
Moin moin, ein wenig spät aber dennoch..
Wir (eine 4 Mann/Männer Crew) hatten die große Freude die Enigma in HHF einzusegeln, wir waren die ersten Charterer vom 21.04.-27.04.2012. Nach Ankunft am nebligen späten Freitagabend fanden wir dann auch die Enigma, wenn auch nicht an dem Liegeplatz an dem sie liegen sollte. Der erste Eindruck war überwältigend, sehr geräumig, edel und schick. Zu viert hatten wir mehr als ausreichend Platz. Unser Törn führte uns über Spodsbjerg, Nyborg, Svendborg nach Aero und Lyo, weiter nach Maasholm, Bagenkoop und wieder nach HHF. Wir hatten unterwegs auch alles, von Nebel, über 7er bis 8er Böen, Flaute bis hin zu schönen 4er und 5er Am Wind. In allen Lagen war die Enigma super zu segeln, sehr schnell (8,2 Knoten) und super am Ruder. Lediglich die Fock war in keinsterweise zufriedenstellend und wirkte wie ein Fremdkörper. Nachdem wir wieder zurückwaren wußten wir warum. Ein Team stürmte nach dem anlegen in Formel 1 manier die Enigma und holte die Fock runter um die Original Fock anzuschlagen. Nun erfuhren wir, das es diese Fock auf der Fahrt von Greifswald “zerissen” hat. Hier wäre es einfach schön gewesen wenn mann die Info vor Fahrtantritt bekommen hätte, das wir mit einer unpassenden Fock fahren. Die originale hat uns dann tränen in die Augen getrieben, Achterlik fast bündig and dem Mast und am Achterlik drei Latten….was wäre damit an Segelqualität möglich gewesen. Insgesamt hatten wir den Eindruck als wäre die Indienststellung spitz auf Knopf gelaufen (fehlende Frequenzzuteilung, zu kleine Rettungsinsel, einige Ausrüstungsgegenstände fehlten, konnten aber ersetzt werden.) Das war alles in allem nicht “1A” Service. Vielleicht war das Team Anfang der Saison noch nicht eingespielt?
Bei der Verarbeitung unter Deck können wir nur zustimmen, hier wurde von Hanse eindeutig am falschen Ende gespart. Die Schrauben sind zu dünn und halten kaum die Scharniere. Hier sollte Hanse dringend nachbessern. Lampen und Absdeckungen kamen uns aber nicht entgegen. Die Ausstattung ist super und wir vermißten nichts, lediglich die 220V unter Fahrt haben wir nicht vorfinden können. Segel ließen sich gut setzen und bergen, lobenswert die Staukisten für das lose laufende Gut, somit immer Ordnung im Cockpit, Plotter am Cockpittisch ist verstellbar und somit super einzusehen, die Doppelruderanlage bringt richtig Spass und man hat Mitschiffs Platz zum durchgehen. Der Autopilot sorgt für angenehme Langstrecken. Auf allen Kursen gut zu händeln, auch unter Gennacker hatten wir vieeeel Spass. Also ein echt tolles Boot, wenn die Scharniere nachgebessert werden, auch der Landanschluss sollte überprüft werden (zeigte immer “reverse” Fehler). Hinweisen sollte man auf die Dieselanzeige. Bei Ankunft zeigte sie immer noch 100% und wir tankten ca. 50 Liter nach. Das ist nicht OK. Wünschenswert wären Taschen im Cockpit für die Winschkurbeln, da Sie am hellen Salonpolster doch eher ungünstig aufbewahrt sind.
Der Rückgabecheck lief dann wieder gewohnt gut.
Wir wünschen dem Eigner viele zufriedene Gäste und den zukünftigen Charterern viel Freude an diesem tollen Segler.
Es grüßen die “Erstis” Patrick, Matthias, Torsten und Guido.
P.S.: Auf Aero im schwarzen Netto ein Roastbeef (1,4Kg) kaufen und im Backofen zubereiten (ja das geht), mit Bratkartoffeln ein Traum für die 4 Mann Crew, Danke Patrick.
am 4. August 2012 um 18:48 Uhr | #
Hallo Enigma-Segler,
freut euch auf ein gut funktionierendes Boot! Es ist und bleibt eine Hanse, am einen oder anderen Ende wurde also gespart. Dies fängt bei den fehlenden Gennaker-Winschen an, geht bei der nicht vorhandenen Außenantenne fürs Radio weiter (kaum zu benutzen, weil ständig der Empfang weg ist) und endet bei nicht vorhandenen Kleiderhaken (weder im Bad für ein Handtuch noch in den Kabinen für eine Jacke o.ä.).
Dafür funktioniert aber alles perfekt, gut laufendene Mastrutscher lassen das Segelsetzen zum Kinderspiel werden, dazu eine E-Winsch und das Bugstrahlruder – das Boot lässt sich alleine prima segeln und fürs Anlegen reichen zwei Personen locker. Platz gibt’s viel, wenn auch Stauraum für größere Taschen fehlt. Sauber ist es natürlich, dass kenne ich von 1.Klasse-Yachten nicht anders.
Viel Spaß und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!
Daniel