Dufour 34

Die Dufour 34 – Eine bewährte, stabile, gut segelnde und damit auch in Seglerkreisen bestens etablierte Segelyacht aus Frankreich, die mit modernen Linien ebenso gefällt wie mit ihrer funktionalen und schnörkellosen Inneneinrichtung. Konsequenz bewiesen die Designer vor allem bei der Anzahl der festen Kojen: Es sind nur deren vier in den beiden Kabinen achtern und vorn! Und das reicht ja eigentlich auch für ein 10,60 Meter-Schiff. Alles übrige unter Deck ist gut gebaut und konventionell angeordnet mit Mittelklapptisch und Längssofas, Naviplatz, L-Pantry und WC-Raum neben dem Niedergang. Der moderne Rumpf der Dufour mit der kleinen Heckplattform zum Baden und rückwärts anlegen gefällt. Das Ruderrad ist groß genug, um auch vom Süllrand aus bedienbar zu sein. Dass die Dufour 34 im Jahr 2003 “Yacht des Jahres” in ihrer Klasse wurde, verwundert nicht. Denn neben ihrem guten Aussehen ist sie auch noch ein bewährtes Seeschiff.
Kategorie : Segelyacht | wong it! 5 Kommentare »
am 9. Mai 2008 um 23:30 Uhr | #
Hatte die Dufour 34 Performance 2005 an der Nordadria in der 3-Kabinenversion, Radsteuerung gechartert. Von der Segelleistung her wirklich ein tolles Boot – auch wirklich schnell. Für diese Bootsgröße ergonomisch gut.
Innen noch mit echtem Naviplatz, Kartentisch auch für “altmodische” Papier – Seekartennavigation ausreichend (mir nach wie vor wichtig, deshalb hab ich mich heuer gegen eine angebotene Hanse entschieden). Sonst auch sehr komplett und gut ausgestattet, Spüle sogar mit See- bzw. Meerwasserfußpumpe.
Die Maschine könnte etwas stärker sein, gerade beim Manövrieren im engen Raum bei Strömung, Schwell ist sie mit Standardmotorisierung etwas zu schwach (mag aber vielleicht auch am montierten Faltpropeller gelegen haben).
In der 3-Kabinenversionen sind die Platzverhältnisse in den beiden achterlichen Kabinen schon kuschelig eng. Auch ist in diesen dann der Stauraum, bzw. der Schrankraum für 2 Personen knapp. Allerdings haben wir die Dufour 34 Perf. mit 4 Personen genutzt. Das bedeutete nur 1 Person je Achterkabine – und das ziehe ich seit dieser Dufour 34 mit einer 4-Personencrew jeder 2-Kabinenversion vor!
Zu kritisieren war, dass bei der Dufour 34 bei schweren Wetter und bei Starkregen jene seitlichen Kabinenfenster, die geöffnet werden können, nicht dicht waren. Unangenehm war dabei besonders, dass es dann ausgerechnet vom Seitenfenster beim Naviplatz mitten auf den Kartentisch tropfte (das hat etliche Rollen Toilettenpapier und Klebeband um dieses Fenster gekostet. Genauso war es bei solchen Wetterverhältnissen unangenehm, dass über die Führung des Schiebeluks eine ganz schöne Menge Wasser ins Boot geriet. Allerdings verfügte diese Dufour 34 über keine Sprayhod. Und möglicherweise war das Schiebeluk nicht ganz korrekt eingepasst.
Zu kritisieren ist auch die ungünstig tiefe Platzierung des Tankeinfüllstutzens am Heck. Das mag zwar auf den ersten Blick praktisch aussehen (kein Dieseldreck am Deck). Wenn man aber im Schwell in Pula-Veruda mit offenen Deckel an der Tankstelle liegt, gerade tankt und plötzlich mit einer etwas größerer Welle das Heck weg taucht, man sich dann über den offenen Tankeinfüllstutzen wirft, damit der kein Seewasser ab bekommt und dafür selbst vom hochschwappenden Diesel eine Ladung ab kriegt und dann nach Diesel stinkt, ja dann findet man die Platzierung des Tankstutzens nicht mehr so toll.
Fazit:
Sollte ich jemals so wahnsinnig sein und vom Segelyacht chartern (und damit Revier ungebunden sein) doch auf eine eigene Yacht umsteigen, wäre auch heute, 2008, die Dufour 34 Performance in der 3-Kabinenversion mit Radsteuerung (im Standard eigentlich mit Pinne, aber so noch nie gesehen) für mich die erste Wahl – dies obwohl gegenüber der der Bavaria-, Jeanneau-, Beneteau und auch Hanse-Konkurrenz etwas teurer in der Anschaffung.
Sicherlich ist meine Ansicht zur Dufour 34 subjektiv. Vielleicht hilft sie doch Anderen bei ihrer Entscheidung.
Seglerische Grüße
Christian
am 15. Juni 2008 um 17:58 Uhr | #
Dufour 34 – Eine Klasse für sich
Wir (3 Mann) hatten die Dufour 34 “Jekyll” dieses Jahr Ende Mai für 10 Tage und sind damit 335 sm bei besten Wetter- und Windbedingungen gesegelt.
Wir haben uns sofort seglerisch als auch wohnlich sehr wohl gefühlt. Alles ist da, wo man sich vorstellt, daß es hingehört.
Seglerisch und unter Motor ist die Yacht einfach zu handhaben. Sehr beeindruckt hat uns das Geschwindigkeitspotential. Bei halbem Wind sind 8 Knoten, am Wind sind 7 Knoten keine Seltenheit gewesen. Wir haben mehrfach größere Schiffe überholen können und das obwohl wir recht unerfahren (ca. 1200 sm) sind.
Fazit:
Dufour 34 finde ich super!
am 7. April 2009 um 21:44 Uhr | #
Wir haben die ‘Jekyll’ drei Tage während eines Überführungstörns ausprobiert. Die Segeleigenschaften sind für eine 34 Fuß-Yacht tatsächlich beeindruckend. Wir haben eine ganze Reihe von Booten ähnlicher Größe ausgesegelt, daß es eine Freude war. Die Yacht läßt sich an Deck sehr leicht bedienen, liegt gut auf dem Ruder und ist für eine kleine Crew (wir waren zu zweit) perfekt handhabbar. Wer gut trimmbare Segel zu schätzen weiß, wird seine Freude an der ‘Jekyll’ haben.
Unter Deck wird eine solide Verarbeitung geboten, mit allem was man erwartet. Bedenken hätte ich nur, das Boot mit 4 erwachsenen Personen zu belegen. Der Platz/Stauraum ist doch recht eingeschränkt.
Einziger Wermutstropfen der ‘Jekyll’ ist das Vorsegel. Eine Fock statt einer Genua lassen bei schwachen bis mittleren Winden erhebliches Potential brachliegen.
Fair Winds, Mike
am 12. September 2009 um 22:36 Uhr | #
Wir hatten die “Jekyll” für 1 Woche rund Fünen bei meist um die 4 Bft achterlich und seitlich, nur für wenige Stunden Kreuzkurse, besetzt mit 3 Erwachsenen.
Segeleigenschaften: Wie oben schon beschrieben, höchst erfreulich.
Motoreigenschaften: Wir fanden die Motorisierung durchaus ausreichend. Der Propeller hat einen beachtlichen Radeffekt, der aber nach etwas Routine in engen Hafenbecken auch sehr nützlich sein kann. Das Ruder braucht nämlich in der Rückwärtsfahrt etwas Schwung, bis es anspricht.
Funktionalität im Cockpit: Da ist im Entwurf einiges schiefgelaufen. Hinterm Rad behindert das Achterstag den Rudergänger, besonders wenn er größer als 1,60 m ist – dann muss er sich nämlich bücken oder nach hinten lehnen, um Kompass, Log und Windmesser zu sehen. Aufpassen muss man auch, dass keine Schoten in die Führung des Ruders unterhalb des Rades rutschen, wo die gnadenlos zermalmt werden; der Spalt dort hinunter ist leider breit genug dafür. Auch die Positionierung des Travellers für die Großschot ist unglücklich, weil in der Wende besonders bei weit offenem Traveller, aber auch bei raumen Kursen die Schot von hinten den Vorschoter an der Winsch “überfällt”.
Sonstiges: Wer die Seitenlichter braucht, sollte darauf achten, welches Vorsegel er setzt. Die Seitenlichter sind nämlich einzeln seitlich am Bugkorb und hinter dem Vorstag montiert, so dass z.B. unsere Genua das Leelicht nur dann freilässt, wenn sie für Kurse hoch am Wind so dicht steht, dass sie innerhalb der Reling verläuft.
Innen: Behaglich. Die Schlafplätze im Salon sind grenzwertig schmal, der Navigatorplatz macht Freude. Mit 6 Erwachsenen würde ich das Schiff nicht nehmen, dazu reicht der Stauraum nicht. Insgesamt haben wir uns aber wohlgefühlt.
Fazit: Das pure Segeln und die schnelle Reaktion des Schiffs aufs Trimmen machen so viel Spaß, dass die anderen Punkte in den Hintergrund treten.
am 16. August 2010 um 08:16 Uhr | #
Wir waren im Juli 2010 mit der Dufour 34 zwei Wochen in der Ostsee unterwegs. Das Schiff hat für uns als kleine Crew mit zwei Erwachsenen und einem Kind reichlich Platz geboten, sehr gutes Handling und gute Segeleigenschaften. In der 32-34 Fuss Kategorie aus unserer Sicht eine sehr gute Wahl, auch weil die Optik gefällt.