Immer wieder werden Fragen bezüglich Verpflegung, Ablauf, Reiseziel usw. der Flottillen gestellt. Deshalb hier mal ein paar zusätzliche Infos, die fürs Forum zu umfangreich wären :
1. Ankunft und erster Tag.
Nach dem ihr in eurem Stützpunkthafen Heiligenhafen oder Flensburg angekommen seid, meldet euch als erstes bei dem zuständigen Stützpunktleiter um eure Yacht zu übernehmen. Da die Übernahme vom Schiffsführer erledigt wird, können sich die übrigen Crewmitglieder ja schon mal um die Proviantbeschaffung kümmern. Denkt bitte daran, dass die Übergabe der Yacht viel schneller abläuft, wenn sich nur der/die Schiffsführer/in zusammen mit dem Bootsmann das Schiff, die Einrichtung, Ausstattung und Technik ansieht und damit vertraut macht. Herumliegende Koffer (hoffentlich sind es Seesäcke oder Reisetaschen) stören nur bei der Übergabe. Auch unsere „Kleinmatrosen“ sollten zu diesem Zeitpunkt eine andere Beschäftigung haben. Die ersten Knoten üben, ist vielleicht eine mögliche Alternative.
Denkt bitte daran, dass eure Jüngsten im Hafen immer eine Schwimmweste tragen sollten!!
Nach der Übergabe der Yacht habt ihr genug Zeit um euer Gepäck und den Proviant zu verstauen. Auch ich habe noch viele Dinge zu tun und werde euch erst begrüßen, wenn die Übergabe und die wichtigsten Arbeiten erledigt sind. Ich melde mich automatisch bei euch. Ich weiß natürlich, dass das Reisefieber immer größer wird, aber geht die Sache gelassen an. Ihr habt Urlaub, wir müssen keine Seemeilen fressen und haben keine Termine. Bei meiner Begrüßung werde ich euch einen Treffpunkt nennen an dem wir uns (meistens gegen 14:00 Uhr) alle gemeinsam treffen, um den ersten „Schlag“ zu besprechen. Auslaufen ist in der Regel nicht vor 15:00 Uhr. Am ersten Tag segeln wir nicht mehr als zwei bis drei Stunden und machen uns mit Boot und Manövereigenschaften unter Segel und Motor vertraut. Am ersten Abend habe ich für euch schon einen Tisch reserviert an dem ihr den Abend in Ruhe ausklingen lassen könnt.
2. Der Tagesablauf der Flottille
Jeden Morgen treffen wir uns um ca. 9:00 Uhr zur „Skipperbesprechung“.Es reicht wenn der Schiffsführer anwesend ist. Der Rest der Crew kann derweil noch in Ruhe weiter Frühstücken.Dabei analysieren wir den Wetterbericht und legen gemeinsam das Tagesziel fest. Ich werde euch mögliche Ziele nennen und Empfehlungen aussprechen und euch ebenfalls mit Informationen der Tagesetappe und dem Zielhafen versorgen. Bedenkt aber bitte, dass ich nur für den organisatorischen Ablauf der Flottille zuständig bin, die Schiffsführung und Verantwortung obliegt allein den jeweiligen Schiffsführern. Ich werde nur Entscheidungen treffen oder Wünsche akzeptieren, die mit gutem Gewissen und im Rahmen der Sicherheit der gesamten Flottille liegen.
Maßgebend für uns, ist die „schwächste“ Crew, also die Crew mit den kleinsten Kindern oder der unerfahrensten Crew. Unterschiedliche Segelkenntnisse und Erfahrungen zu berücksichtigen sind ein Teil guter Seemannschaft. Immer wieder haben wir auch sportlich ambitionierte Segler dabei die sich gerne mit anderen „messen“ wollen. Dazu ist eine Familienflottille aber nicht gedacht. Wer als erster oder letzter in einen Hafen einläuft, ist völlig egal. Im Gegenteil, lieber mal zurück Segeln und nachsehen ob der andere ein Problem hat, das ist Flottillensegeln. Ausgelaufen wird in der Regel zwischen 10:00 -10:30 Uhr, je nach Tagesziel.
Meine Begleitcrew und Ich werden euch (bei Bedarf) beim Ab-und Anlegen mit helfender Hand zur Seite stehen. Ich werde euch mit nützlichen Tipps rund um die Schiffsführung versorgen und bei Bedarf, zeige ich euch auch mal das ein oder andere Hafenmanöver. Bedenkt aber bitte das wir während der Flottille kein professionelles Skippertraining veranstalten . Das sollte man vorher gemacht haben. Uns fehlt dafür einfach die Zeit, denn was ich mit der einen Crew mache, kann ich einer anderen nicht ausschlagen.
Im Normalfall laufe ich als erstes in einen neuen Hafen ein, nicht weil ich das schnellste Schiff habe, sondern um nach geeigneten Liegeplätzen zu suchen, euch einzuweisen und eventuell beim Anlegen zu helfen. Ich hoffe ihr habt alle Funk an Bord, sodass wir ständig, ohne im Hafen laut werden zu müssen, kommunizieren können. Wir sind in der Hochsaison unterwegs und so mancher Hafen wird voll sein. Es ist schon vorgekommen, dass wir einen alternativen Hafen wählen mussten, aber letztlich haben wir die Flottille immer untergebracht.
3. Reiseziel / Tagesetappen
Wo die Reise hingeht, entscheidet als erstes das Wetter (hierbei vor allem der herrschende bzw. der zu erwartende Wind). Und zwar nicht nur das Tageswetter, sondern auch die Großwetterlage der nächsten Tage. Wir müssen ja auch wieder zurück. Bei guten Wetterbedingungen stehen uns während der Flottillen immer zwei Regionen zur Auswahl, sowohl von Heiligenhafen als auch von Flensburg.
Die Erste wäre das deutsche Küstengebiet, die Zweite, die dänische Inselwelt.
Von Heiligenhafen haben wir, was die deutsche Küste betrifft, natürlich mehr Möglichkeiten. Hier ist die Lübecker Bucht mit der Küste von Mecklenburg- Vorpommern in erreichbarer Nähe. Hafenstädte wie Wismar, Lübeck, Rostock sind sicher eine Reise wert. Natürlich auch die schöne Insel Fehmarn direkt vor der Haustür, und die Kieler Bucht. Aber auch die dänischen Inseln sind noch gut zu erreichen und waren bei den meisten Flottillen der Favorit. Bei dieser Variante, müssen wir allerdings zwei längere Schläge von ca.30sm pro Tag (5-6 Stunden) einplanen. Von Flensburg aus ist es aufgrund der Nähe schon fast ein Muss. Bei einer einwöchigen Flottille ab Heiligenhafen sind die möglichen dänischen Häfen natürlich begrenzt. Ich plane den zeitlichen Ablauf der Flottillen immer so, dass wir am Donnerstag vor der Abreise immer in der Nähe unseres Stützpunkthafens sind, um am letzten Tag entspannt und nach kurzem Tagesetmal (1-2 Stunden Segeln), die Yacht wieder zu übergeben und hoffentlich mit Wehmut wieder die Heimreise anzutreten.
Wie oben schon angesprochen, treffen wir die Entscheidung für das nächste Tagesziel morgens beim „Skippertreff“ .
Hier müssen wir uns entscheiden, ob wir einen Stadthafen mit guten Versorgungsmöglichkeiten, eine gut ausgestattete Marina mit Badestrand oder lieber eine kleine Insel mit einfacher Ausstattung aber herrlicher Natur anlaufen wollen. Auf Wunsch und bei guten Wetterbedingungen ist auch eine Ankernacht ( keine Versorgung, keine sanitären Einrichtungen!) möglich. Die Tagesetappen während der Woche sind in der Regel max. 20sm entfernt.
4. Verpflegung
Jede Yacht ist für ihre Verpflegung selbst verantwortlich. Bei den meisten bisherigen Flottillen, wurde pro Woche zwei bis dreimal der Grill angeworfen, immer noch die einfachste Art der Verpflegung ohne, dass Papa oder Mama, den ganzen Abend am Herd stehen muss. Hierzu legt ihr euch am besten einen 5 Euro Grill zu. In vielen Häfen haben wir zwar Grillplätze, aber wir sind natürlich nicht alleine dort. Zweimal pro Woche lassen wir uns das Essen servieren. Ist kein Muss, war aber meistens so. In einigen Häfen kann ich hier ausreichend Plätze, in guten Lokalen, für unsere ganze Flottille reservieren.
Den erforderlichen Nachkauf eures Proviants könnt ihr in vielen Häfen, egal ob Deutschland oder Dänemark erledigen. Ihr braucht euer Schiff nicht bis an die Decke mit Lebensmitteln und Getränken voll packen. Die Preise sind mittlerweile auch in Dänemark völlig OK.. Nur bei frischen Brötchen und „Hochprozentigem“ solltet ihr Vorsichtig sein. 1EUR haben wir schon für ein Brötchen bezahlt. Da Ihr einen Backofen an Bord habt ist mein Tipp: die eingeschweißten Auf back Brötchen von Aldi besorgen. Die Grundausstattung der Kombüse(Küche) wie Gewürze, Zucker etc. würde ich von zu Hause mitbringen und wieder mitnehmen. Geschirrtücher nicht vergessen, den einen Geschirrspülautomaten haben wir noch nicht an Bord.
Nehmt euch bitte gute Regenbekleidung mit. Auch warme Bekleidung kann nicht schaden, aber denkt immer daran das ihr nur wenig Stauraum auf den Schiffen zur Verfügung habt. In fast jedem Hafen gibt es eine Waschmöglichkeit mit Trockner.
So jetzt aber genug. Ich freue mich auf euch, Euer Olaf
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5. Juli 2012 - 09:32 Uhr