Traumhaftes Wochenende beim 10. SG Stern Deutschlandpokal Segeln auf der Ostsee in Flensburg
Von Olaf Bruening
Vom 07. – 10. Oktober hatte die SG Stern Sparte Segeln der MBVD Berlin zum 10. Deutschlandpokal Segeln eingeladen. Insgesamt hatten sich 33 Crews und Yachten für diesen erstmals länderübergreifenden Event in Flensburg/Sønderborg angemeldet. Den in der Einladung angekündigten Reiz der Regatta im Revier der Flensburger Förde mit der Kombination von Landnähe und den Herausforderungen der Ostsee sollten wir im Verlaufe der Regatta noch kennenlernen. Wie in jedem Jahr war unsere Sparte trotz der weiten Anreise wieder mit den im Vergleich zu anderen Standorten meisten Yachten (11) und Teilnehmern (76) vertreten.
Die Anreise im vollbesetzten Bus startete bereits am Mittwochabend gegen 22:00 Uhr in Wörth. Die Nachtfahrt ermöglichte eine pünktliche Ankunft und Bootsübernahme nach entsprechender Auslosung am Donnerstagvormittag in Flensburg. Nach Bezug der Boote, Verteilung der Kojen und der entsprechenden Sicherheitsunterweisung konnten wir ab dem späten Vormittag den Rest des Tages noch voll zur Reviererkundung und zum Training der ersten Regattamanöver nutzen. Bei blauem Himmel und einem 2er bis 3er Wind liefen die Yachten das erste Mal in die Flensburger Innenförde aus. Ei
n Blick auf die Seekarte machte uns klar, dass in Fahrtrichtung Osten an Backbord die dänische und an Steuerbord die deutsche Küste liegt. Bei besten Segelbedingungen wurde gewendet und gehalst, wurden die Segel getrimmt und schon mal Ausschau nach den ersten bei der morgigen Regatta zu umrundenden Tonnen gehalten. Mit der Verteilung der Aufgaben an Bord wurde das Training am späten Nachmittag mit einem Anleger an Deck der Boote in der Marina Sonwik liegend beendet. Um 20:00 Uhr wurde der 10. Deutschlandpokal Segeln dann offiziell durch den 1. Vorsitzenden der SG Stern und den Spartenleiter der MBVD Berlin eröffnet. I
m Rahmen der Begrüßung gab es eine Information aller Teilnehmer über Regatta-Ablauf mit Regelkunde und ersten Informationen zum Kursverlauf. Der Rest des Abends stand den Crews zur freien Verfügung. Aufgrund der langen Anreise und der vielen frischen Seeluft des ersten Tages bedeutete es für die meisten Crews recht früh „Ruhe im Schiff“. Am Freitagmorgen, unserem ersten Regattatag, hieß es gegen ca. 06:15 Uhr raus aus den Kojen, Morgentoilette, Frühstück, Übernahme der Lunchpakete, Skipperbriefing, Reinschiff und „Klar machen zum Auslaufen“. Dank der hohen Disziplin aller Crews waren alle Schiffe mit Ihren Vorbereitungen rechtzeitig fertig, um pünktlich im Startgebiet um die besten Startplätze zu kämpfen. Ohne Verzögerungen konnte die Regatta pünktlich ab 10:00 Uhr in 2 Gruppen gestartet werden.
Der Kurs führte über die Flensburger Innen- und anschließend Außenförde nach Sønder-borg. Auf dem Weg dorthin galt es, einige Wendemarken, in Form von in der Seekarte verzeichneten Tonnen, an der richtigen Schiffsseite zu umrunden. Zum Beweis waren die Crews aufgefordert, von den Tonnenrundungen entsprechende Fotos anzufertigen, um der Regattaleitung später die entsprechende „Kurstreue“ dokumentieren zu können. Bei einem 3er bis 4er Wind und leicht bedecktem Himmel, aber besten Segelbedingungen, ging es zügig voran. Das Anfangs noch relativ dicht bei einander liegende Regattafeld wurde auch aufgrund der verschiedenen Kurstaktiken zunehmend auseinandergezogen. Beim Übergang von der Innen- zur Außenförde bekamen wir ein erstes Gefühl für dieses anspruchvolle Segelrevier.
Der Wind wurde böiger und der Wellengang nahm zu. Alles in allem erreichten wir am späten Nachmittag bzw. frühen Abend den Hafen von Sønderborg, wo für uns extra ein Liegeplatz an der Kaimauer reserviert war, an der wir im Päckchen liegend festmachten. Bootsübergreifend wurden mit verschiedenen Crews der Segeltag und die Herausforderungen dieses für den Deutschlandpokal neuen Segelreviers diskutiert. Nach einem gemütlichen Ausklang an Deck dieses ersten Regattatages ging es gemeinsam zur Abendveranstaltung ins Café Alsion in die Stadt von Sønderborg. Hier hatten die Kollegen der MBVD etwas ganz Besonderes organisiert. Gestartet wurde mit einem Auftritt eines Bläser-Quintetts und einem Schlagzeuger. In einem Saal mit einer super Akustik wurde ein kleines Konzert mit einer Mischung aus Klassik, Rock, Pop und Comedy präsentiert, das mit standing ovations gefeiert wurde.
Im Anschluss daran gab es auf der Terrasse eine beeindruckende Feuershow zu sehen. Für uns hungrigen Seglerinnen und Segler war das Highlight des Abends sicherlich das vielfältige und vorzügliche Fischbuffet, das umrandet von dezenter Live-Musik für alle ein Genuss war. Im Anschluss an das Abendessen hatten die Crews die Gelegenheit der Regattaleitung mittels der erstellten Fotodokumentation nachzuweisen, dass der vorgegebene Kurs ordnungsgemäß abgesegelt wurde. Gegen Mitternacht wurde nach einem anstrengenden Tag auf den meisten Schiffen das Licht ausgemacht.
Wiederum nach nur kurzer Nachtruhe hieß es für die Meisten von uns noch vor dem Hellwerden aufstehen und das übliche Morgenprocedere abwickeln. Abermals um 10:00 Uhr wurde pünktlich die Regatta in 2 Gruppen gestartet. Wie im Skipperbriefing kommuniziert, lag unsere erste Wendemarke heute sehr weit in östlicher Richtung entfernt. Das bedeutete für alle Crews einen Kreuzkurs gegen den aus Osten in Windstärke 5-6 Beauforts wehenden Wind anzukämpfen. Richtung Tonne Flensburger Förde wurde uns rasch klar, dass die Bedingungen heute eine besondere Herausforderung darstellten. Der zunehmende Wind brachte einen ordentlichen Seegang mit Wellen zwischen 2 und 3 Metern mit sich. Die Kreuz gegen den Wind dauerte je nach Schiff und Crew zwischen knapp 3 bis ca. 5 Stunden und forderte neben einer seetauglichen Crew (man munkelt, dass auch die Fische gefüttert wurden) einen gutes Händchen für das Ruder, um die Wellen erträglich und trocken abzureiten. Die Wendetonne endlich umrundet ging es dann mit achterlichem Wind und den Wellen von hinten kommend mit hoher Geschwindigkeit Richtung Flensburg. Von da an waren die äußeren Segelbedingungen vom Feinsten. Achterlicher bzw. halber Wind und ein aufreißender Himmel mit tieferstehender Herbstsonne gaben den idealen Rahmen die letzten Schläge bis zum Einlauf in die Marina Sonwik zu absolvieren.
Nach dem Festmachen wurde bei dem ein oder anderen Kaltgetränk dieser außergewöhnliche Segeltag diskutiert. Trotz der späten Anlegezeit erhielten alle unsere Crews die Möglichkeit, zeitnah die Schiffe zu übergeben, um die morgige Rückreise in den Süden nicht unnötig zu verzögern. Dank an dieser Stelle dem Team von 1. KlasseYachten für diese organisatorische Leistung. Nach dem Klarmachen der Schiffe und einer schnellen heißen Dusche ging es zur Siegerehrung mit anschließendem Abendbuffet.
Von einigen Nachtschwärmern wurde noch von einer ausgiebigen Erkundung des Flensburger Nachtlebens berichtet. Eindeutiger Sieger der Regatta wurde die Bremer Crew um Skipper Jens Hickstein, die an beiden Regattatragen den ersten Platz belegte und noch den Sonderpreis „First Ship to Denmark“ einheimste. Platz 2 und 3 wurde von je einer Yacht der MBVD Berlin und des Werkes Sindelfingen belegt.
In unserer internen Spartenwertung belegte Skipper Uli Strecker als toller Gesamtvierter den ersten Platz gefolgt von unseren Skippern Harald Ziegler (14.) und Peter Merx (15.). Als Fazit kann man nur unterstreichen, dass der diesjährige Deutschlandpokal eine herausfordernde, sportlich anspruchsvolle und bestens ausgerichtete Veranstaltung war. Mit dem 10. Deutschladpokal ist es wieder einmal gelungen, die Messlatte für den noch gesuchten Ausrichter des nächsten Jahres ordentlich hoch zu legen.
Wir sind alle gespannt, welche Steigerungsmöglichkeiten es noch gibt und freuen uns schon heute auf den DP 2011. Den Kolleginnen und Kollegen von der MBVD Berlin auf diesem Weg noch einmal ein „Dickes und Herzliches Dankeschön“ für die viele Arbeit und dieses unvergessliche Event auf der deutsch-dänischen Ostsee.

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9. November 2010 - 11:22 Uhr
