Törn nach Norwegen< Zurück zur Törnauswahl |
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von Sven Heise & CrewDer Törn nach Norwegen startete am 27.03. (Bootsübernahme 25.03.) in Heiligenhafen und endete nach 19 Tagen am 14.04. in Stavanger. Die Nummern in der Karte entsprechen dem jeweiligen Reisetag (Standort abends). An einigen Tagen sind wir wegen dem Wetter oder aus anderen Gründen ;-) auch mal im Hafen geblieben |
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Vor der Reise habe ich alle in Betracht kommenden Häfen eruiert und eine grobe Zeitplanung mit ausreichend vielen Reservetagen geplant. Die Seekarten für die "üblichen" Reisegebiete, konnten wir glücklicherweise beim Vercharterer leihen. Schwierig war die Besorgung der Seekarten für Norwegen. Die passenden Sätze für den Laptop schlugen hier mit 200,- Euro zu Buche. Die Papierkarten kosteten nochmal 150,- Euro (ca. 50 Euro je Satz). Sehr hilfreich war der Törnführer Norwegen (gebraucht 20,-Euro) in dem alle wichtigen Passagen gut beschrieben sind.
Den größten Teil der Strecke waren wir der Zeitplanung 1-2 Tage voraus. Bereits das Kattegat zeigte, das unsere Reise unter einem guten Stern steht: Ein Tümmler begleitet uns und spielt mit der Heckwelle. Viel haben wir von Dänemark aufgrund des Reisetempos nicht gesehen. Sicher ein Highlight war die Insel Hirsholm auf die wir einen eher spontanen Abstecher machten: idyllisch, einsam, verlassen und ab 01.04. dürfen Sportboote nicht mehr anlegen.
Aufgrund der günstigen Wind- und Wetterlage hatte ich mich entschieden, das Skagerrak bereits am 5. Reisetag zu überqueren. Morgens um 4 wurde in Skagen Diesel gebunkert und dann ging es - zunächst bei Flaute unter Motor - los. Kurz nach Sonneaufgang legte der Wind auf 3-4 Bft. zu und wir fuhren mit 6-7 Knoten bei einer Dünung von 2 m Richtung Arendal.
Zu Beachten ist hier der zahlreiche Schiffsverkehr. Bei 690 m Tiefe gab das Echolot plötzlich Tiefenalarm. Die Tiefe nahm langsam über 20m in mehreren Schritten bis auf 2,50 m ab - da waren wir dann sicherheitshalber auch schon beigedreht - um dann kein Signal mehr anzuzeigen. Bereits 30 sm vor der Küste waren schemenhaft die ersten Berge des Norwegischen Festlandes auszumachen.
Gegen 18:30 Uhr liefen wir dann im sonnigen Arendal ein. Die sehr detailreichen norwegischen Karten und die vielen Steine und Riffe der Küste machen einen beim ersten befahren etwas nervös. Man gewöhnt sich aber relativ schnell an das "Betonnungssystem", das angeblich das älteste der Welt ist und fast völlig ohne Tonnen auskommt. In den Straßencafés am Hafen im Zentrum von Arendal waren alle Plätze besetzt.
Zwischen den verschiedenen Inseln der Stadt brausten Wassertaxis und jugendliche mit kleinen Rennbooten hin und her. Insgesamt hatte man eher das Gefühl gerade am Mittelmeer als in Skandinavien angekommen zu sein. Die Südwestküste überraschte mit warmen Temperaturen und einer einzigartigen Landschaft. In Lillesand erklärte uns ein einheimischer die Passage durch die Blindleia nach Kristiansand.
Hier übernachteten wir am Anleger einer Schären-Insel nachdem wir vom Nachbarn die Genehmigung eingeholt hatten. Es gab frisch gesammelte Muscheln und Würstchen vom Grill. Von Kristiansand bis Egersund mussten wir überwiegend kreuzen (erst Südwest-, später Nordwestwind).
Unsere ersten Häfen auf der Route waren Mandal und Lillehafen. Die Gegend um das berüchtigte Südwest-Kap Lindesness machte mit 7-8 Bft. aus Süd-West und einer ungemütlichen 3 Meter Welle seinem Ruf alle Ehre. Der Gästehafen von Mandal liegt in einem Fluß und war geschlossen.
Zumindest Strom funktionierte und im benachbarten Fitnesstudio gabs Duschen. Die Leute waren sehr Deutsch-freundlich und wir trafen in der Kneipe einige ausgewanderte Deutsche. Von hier gings weiter Richtung Kap.
Die Ansteuerung von Lillehafen, direkt am Kap, ist wegen zahlreicher Untiefen schwierig. Ein Fischer bot sich hier spontan als Lotse an. Plötzlicher Schneefall brachte dann richtig schlechtes Wetter. Beim Einlaufen in den Fjord bei Fahrsund hatte ich das Gefühl auf den Bergen Skipisten ausmachen zu können. Die Berge sahen aus wie die Alpen wenn mann von München nach Salzburg fährt. Hier ging der Schnee jedoch in Regen über. Immerhin gabs Strom - ohne den die Dieselheizung nicht lange läuft.
Trotz kurzer Schläge konnten wir unseren Vorsprung gegenüber der Planung lange halten, bis uns die Kreuzerei und Starkwind aus Nordwest in Lista endgültig einen Tag Verzug gegenüber dem Plan brachten (Ein Norweger an der Südküste hatte mir auf die Frage, ob sich Lista als Stop lohnt, geantwortet: "Its a windy Place" - Das stimmt!).
Hier tauschen wir 5 Becks gegen 4 Dorsche und 2 Becks gegen Strom. Mit ein paar langen Schlägen holten wir dies wieder auf. Vor Lysta stand eine ordentliche Brandung: Also Vollgas und durch. Die Welle blieb noch einige Seemeilen sehr ungemütlich, so dass wir kaum Luvraum machten. Nach zwei Stunden Knüppelei sind wir aus dem Bereich der bei NW vor Lysta stehenden Wellen raus und fahren bald mit 6-7 Knoten Am Wind durchs Wasser. Die Welle ist jetzt sehr lang. Am späten Nachmittag laufen wir in Egersund ein. Hier treffen wir einen Langfahrer der auch auf dem Weg nach Norden ist. Allerdings will er zu den Lofoten.
Leider gabs ab Egersund gar keinen Wind mehr, so dass wir uns mit Motor über die Restdühnung schieben. Die meisten Bilder sind am letzten Tag im Lyssefjord entstanden, der mit knapp 1000 m hohen Bergen auch der Höhepunkt der Reise war.
Hier haben wir an einer von Land unzugänglichen Halbinsel angelegt und den letzen Abend auf der Farvel am Lagerfeuer verbracht. Mit Sonnenaufgang tuckerten wir dann nach Stavanger, einer sehr empfehlenswerten Stadt. Es herrschte eine tolle weltoffene Stimmung in der Stadt, abends allerdings auch ein ungesehen hoher Alkoholspiegel. Nach 630 sm liegen unvergessliche Segel- und Reiseerlebnisse hinter uns. Das Boot das nun 3 Wochen unser Zuhause war abzugeben viel uns allen sehr schwer. |
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