Segeln mit 2 Familien und Kindern< Zurück zur Törnauswahl |
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Wer kennt das nicht als segelbegeisterte Eltern. Er hat die Scheine und segelt, die Frau hilft bei allen Dingen aber traut sich noch nicht so richtig ran. Jahrelang hat man auf Binnengewässern und geschützten Gewässern gechartert, der Kinder wegen. Die Kinder sind noch zu klein! Die Tagesschläge dürfen nicht zu lange dauern. Erst mal 2 Stunden, dann höchstens 4 Stunden. Hoffentlich gibt es ein Cafe oder noch besser einen Spielplatz. Es gibt schöne Reviere, doch man wartet auch darauf, dass die Kinder größer werden und man endlich an der Küste segeln kann.
Aber schon kommen berechtigte Fragen auf: Schaffen das die Kinder, halten sie so lange aus? Was ist, wenn wirklich 2 Leute gebraucht werden? Ich erinnere mich noch gut an das Anlegemanöver im Bolterkanal an der Müritz, bei dem unsere kleine Tochter mitten im Anlegemanöver hinfiel und sich das Kinn aufschlug. Oder die weinenden Kinder, als die Fock aus der Rolle sprang und laut schlug und wir uns nur noch schreiend verständigen konnten.
Nach einem Tag Starkwindsegeln auf dem Saaler Bodden war uns klar, dass es jetzt soweit ist. Die Große Tochter war 8 Jahre, ihre Schwester 5, und weder Wind, Schräglage noch Gischt machten ihnen etwas aus. Die Kleine blieb sogar unter Deck und baute Lego. Blöd nur, das bei jeder Wende das Gebaute umfiel… Also der Entschluss stand fest: Im nächsten Jahr geht es auf die Ostsee. Aber alleine? Am Anfang wäre ein bisschen Unterstützung als Rückversicherung doch schön. Wenn jemand die Häfen und Gewässer kennt und die Dauer der Schläge abschätzen kann. Und vor allem andere Kinder dabei sind. Dann kann man erst einmal in Ruhe klar Schiff machen und muss nicht gleich mit den Kindern von Bord. Die müssen sich ja auch bewegen und suchen Abwechslung. Schließlich wollen wir Ihnen ja das Segeln nicht verleiden. Kurz, wir haben uns für die Flotillie bei erste Klasse Yachten entschieden und unsere Erwartungen wurden voll erfüllt. Doch nach der langen Rückfahrt von Dänemark bei hoher Dünung, bei der auch noch der Wind einschlief wurden wir wieder unsicher: Der Schlag kostete zuviel Kraft! Die Kinder schliefen, meiner Frau ging es nicht so gut und mir schwanden die Kräfte. Das Ausreffen und anschließende Segelbergen gab mir den Rest. Ich hatte genug!
Wie schön wäre es, einmal Pause zu machen, sich hinzulegen, die Verantwortung abzugeben. Zum Glück konnte meine Frau dann die letzten Meilen motoren. Das war zuviel für unsere Seemannschaft! Also war es das jetzt mit dem Familiensegeln auf dem Meer? Eine Flottillie hilft bei den Problemen nicht wirklich weiter, man kann sich ja schlecht Seemannschaft ausleihen. Wir waren nicht die einzige Familie, die diese Erfahrung machte und ähnliche Schlüsse zog. In etwa die gleiche Konstellation: er der Segler, sie die engagierte Helferin und drei Kinder. Die können zwar zupacken, aber irgendwann ist halt Schluss. Da keimte die Idee auf. Wenn wir uns zusammen tun, können wir uns ein großes Schiff Chartern, mit 4 Kabinen. Dann haben die Kinder jemanden zum Spielen und wir die doppelte Seemannschaft! Zur Probe ging es gemeinsam Zelten und mit Jollen auf den Edersee. Und es klappte. Die Chemie stimmte und auch die Aufteilung der Aufgaben klappte super! Also haben wir gebucht. Das Ziel war schnell gefunden: Rund Rügen. Man kann ja jetzt auch ab Greifswals 1. Klasse segeln.
Nach einigen Telefonaten war alles klar. Und es klappte prima! Kein Kompetenzgerangel, die Chemie hielt bis zum Schluss, es wurde abwechselnd gekocht und die Aufgaben geteilt. Und irgendwie kam bei den Kids kaum Langeweile auf. Besonders die beiden Kleinen waren immer beschäftigt! Welch eine Wohltat! Das Schiff war groß genug, dass man sich euch einmal zurückziehen konnte. Und die Seemannschaft. Es war ein voller Erfolg! Wir konnten sogar recht lange Schläge segeln, man kann sich abwechseln und die Kinder bleiben bei Laune. So haben wir mit viel Spaß und Freund Rügen umrundet. Und eins ist uns klar geworden: Seemannschaft ist durch nichts zu ersetzen. Und ein großes Schiff kann einfach mehr ab! Und am Ende der Woche wirkt es einfach kleiner. Da geht es auch schon bei Seitenwind rückwärts in die Box! Fazit: Das machen wir wieder! |
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