| Das sagt die "yacht" zur Oceanis 40 | ||
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Abschrift des Test der Oceanis 40 . Link zum Original-Artikel am Ende dieser Seite. |
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| Der Branchenriese Beneteau
macht weiter große Fortschritte
und dies in allen Segmenten. Zu
der weltweit führenden Gruppe (siehe Interview
auf Seite 70) mit Produktionsstätten
an der französischen Atlantikküste
und in den USA gehören die Marken Beneteau,
Jeanneau, Wauquiez, Lagoon und
CNB. Jede einzelne ist auf Expansion
ausgelegt und bringt derzeit Neuheiten
en masse auf den Markt.
Besonders Beneteau selbst. Mit der
neuen First 50 (siehe Titelfoto) wurde das
komplett überarbeitete sportliche Segment
nach oben abgerundet.
Die Fahrtenreihe Oceanis dagegen
hat einen sehr langen Weg hinter sich.
Die Schiffe waren im Laufe der Jahre serienmäßig
immer aufwändiger ausgerüstet
worden ("Clipper"-Ausstattung). Das
Verhältnis Preis/Leistung ging dabei in
Ordnung. Mit der Komplettausstattung
bewegte man sich jedoch im Vergleich zur
Konkurrenz immer mehr in die gehobene
Preisklasse.
Daraufhin schraubten die Franzosen
aber nicht den Leistungsumfang herunter,
sondern schufen mit der neuen Cyclades-
Serie kurzerhand ein drittes, günstiges
Segment. Die Schiffe richten sich an
Vercharterer, Einsteiger und sehr preisbewusst
denkende Kunden, sollen also
Bavaria direkte Konkurrenz bereiten. Somit war die Notwendigkeit und die Chance
entstanden, die Oceanis-Serie weiter
aufzuwerten, um sie deutlich zu distanzieren
und die Marke in die Liga der Edelyachten
zu manövrieren. Und zwar nicht
nur per Qualität und Ausstattung, sondern
darüber hinaus in ihrem Erscheinungsbild.
Den ersten Paukenschlag in der neuen
Ouvertüre stellte das Topmodell der Reihe
dar. Noch im Dezember vergangenen Jahres hatte die Oceanis 50 ihren
ersten öffentlichen Auftritt. Rechtzeitig,
um im Januar auf der boot in Düsseldorf
ihre vielbeachtete Weltpremiere zu feiern
(siehe YACHT-Test 10/06).
Klar, dass nun die übrige Reihe Schritt
für Schritt runderneuert wird. Auf den
kommenden Herbstmessen sind mit der
Oceanis 40 und 46 weitere Modelle zu
sehen. Die Überarbeitung des Programms
soll im kommenden Jahr mit den kleineren
Typen fortgesetzt werden.
Die YACHT konnte an der französischen
Atlantikküste vor Saint-Gilles
Croix de Vie, dem Hausrevier der Werft,
die allererste und gerade gewasserte
Oceanis 40 einem eingehenden Test unterziehen.
Sie soll die mittlerweile eher
konservativ daherkommende Oceanis 393
Clipper ablösen. Das von 1998 bis 2006
mit rund 800 Einheiten am erfolgreichsten
in seiner Klasse verkaufte Schiff, robust
und solide gebaut, war preislich zum
Schluss eher am oberen Ende der Großserienangebote
gelandet. Wie weit sich
Kostendruck von außen und die Möglichkeiten
rationellerer Bauweisen auf den
Preis auswirken können, wird bei der
Neuen klar: Wer heute eine Oceanis 40
bestellt, unterschreibt im Vertrag für die
(nach YACHT-Definition) segelfertige
Version 138497 Euro. Damit ist sie preislich
wieder eher dem Mittelfeld zuzuordnen.
Das neue Schiff ist sage und schreibe
15000 Euro günstiger als das Vorgängermodell!
Frische Optik Weit über dem Durchschnitt ist dagegen das neue Erscheinungsbild einzustufen. Wenngleich sie auch nicht die schlichte, dynamische Eleganz der großen Schwester Oceanis 50 erreicht, spie-gelt sie dennoch ihre Zugehörigkeit zur neuen Generation in vollem Umfang wider. Weniger Aufbauhöhe, große, modern gestaltete Seitenfenster kombiniert mit gestreckten Deckslinien - ein aufgeräumtes Layout mit großem, funktionellem Cockpit -, das alles markiert unter anderem die äußeren Eckpunkte der Design- Arbeit. Während die Bugsektion eher schlank anmutet, erreicht der Rumpf seine größte Breite in Höhe des Travellers auf dem Kajütdach und verjüngt sich nur gemäßigt bis zum Heck, was nicht nur ein voluminöses Cockpit mit doppeltem Steuerstand einfach ermöglicht, sondern sich vor allem unter Deck in der Gestaltung des Raumkonzepts positiv auswirkt. Auch die Technik überzeugt. Die 40 PS starke Maschine ist ausreichend dimensioniert. Unter Volllast überschritt das Schiff mit 8,3 Knoten deutlich seine theoretische Rumpfgeschwindigkeit. Mit Marschfahrt (bei 80 Prozent der Maximaidrehzahl) erreichte sie immer noch flotte 7,3 Knoten. Flautentage muss man also nicht fürchten, wobei der Dieselvorrat von 200 Litern je nach Fahrweise Reichweiten von 350 bis 400 Seemeilen ermöglichen sollte. Der kurze Stoppweg aus Marschfahrt (10 Sekunden, eine Rumpflänge), der schnelle Vollkreis (20 Sekunden, 1,5 Rumpflängen) sowie die gut beherrschbare Rückwärtsfahrt bedeuten gute Manövriereigenschaften selbst für engste Boxengassen. Als einziger Kritikpunkt sind vor allem im Salon und den beiden Achterkammern relativ hohe Schallpegelwerte zu verzeichnen, was in direktem Zusammenhang mit dem optimalen Zugang zum Motorraum von beiden Seiten sowie durch Gasdruckfeder-unterstütztes Hochklappen der kompletten Niedergangstreppe zu sehen ist. Einer der zahlreichen Punkte zur Nachbesserung, die sich die Werft bereits selbst in die Pflichtenliste geschrieben hatte. Schließlich handelte es sich beim Testschiff um die Baunummer 1, was quasi einem Prototypen gleichkommt. Das Setzen und Einstellen des Großsegels geschieht vom Niedergang aus, wo sämtliche Fallen, Strecker und sonstige Leinen zu beiden Seiten in der Klemmenbatterie vor den 40er- Winschen von Harken enden. Leider auch die Großschot, was die Einhandtauglichkeit von der Anschaffung eines Autopiloten abhängig macht. Setzen, Bergen und Reffen der Genua geschieht mithilfe der robusten Rollanlage von Profurl. Der mit zwei deutlich gepfeilten Salingspaaren bestückte Mast kommt von Z-Spar (wie auch der Rohrkicker) und wird per doppelte Achterstagen gehalten. Das mit zwei durchgehenden Topplatten und zwei Drittellatten ausgerüstete Groß sowie die 140-prozentige Rollreff-Genua stammen von Elvström Frankreich. Sie machten von der Fertigung her zwar einen ordentlichen Eindruck, konnten aber vom Stand her trotz aller Trimmversuche nicht so recht überzeugen. Mag sein, dass hier etwas mehr Mastbiegung geholfen hätte. Das konnten wir jedoch wegen der zu langen Achterstagen nicht ausprobieren, die Spanner standen bereits auf Anschlag. Die Beschlagsausstattung ist nahezu komplett und listet einen Mix von bewährt er Markenqualität auf. Sämtliche Klemmen sind von Spinlock, alle Winschen von Harken und die Umlenkblöcke von Lewmar. Alles ist, soweit sich das unter den gemäßigten Bedingungen beurteilen ließ, richtig platziert. Lediglich die Verstellung der Holepunkte für die Genuaschoten per Leine vom Cockpit aus fehlt in der Standardausstattung. Die Werft zwingt den Käufer, hier selber nachzurüsten, da sie dies nicht einmal als Option anbietet. Ein Manko. Dass die Oceanis 40 trotz aller Einschränkungen und der mäßigen Windverhältnisse noch durchaus akzeptable Werte auf die Instrumente zaubert, spricht für das ausgewogene und vielversprechende Potenzial der Konstruktion des DuosBerret/Racoupeau. Zwar reagiert das Schiff prompt auf alle Ruderbefehle, doch vermissten wir aufgrund der im Laufe des Tages zunehmenden Schwergängigkeit der Doppelsteueranlage den direkten fühlbaren Kontakt zum Ruder. Aber auch dieser Mangel, der auf die Verwendung minderwertiger Lagerscheiben zurückzuführen ist, stand bereits auf der werfteigenen Liste. Das komfortable und grosszügige Cockpit erwies sich dagegen während des Segelns als Cruising-tauglich und gut proportioniert. Der Steuermann verfügt über mehr Bewegungsspielraum als eigentlich nötig, hat gute Sicht nach vorn sowie in die Segel und kann vom Ruder aus die Genuawinschen bedienen. Sogar der Zugriff auf den in der Konsole des Tischsockels zu beiden Steuerständen hin schwenkbar untergebrachten Plotter ist ihm möglich. Nur wenn er auf dem Seitendeck sitzen möchte, schmälert ein unnötiger Absatz den Sitzkomfort. Zwar sind die Duchten mit 1,6 Meter Länge zum Liegen zu kurz, trotzdem findet die Crew ein üppiges Platzangebot zu beiden Seiten des soliden und klapp baren Cockpittischs, der bei heftiger Lage auch den erforderlichen Halt bietet. Doch merkt man hier, dass das angestrebte Designkonzept bei Rumpflängen unter zwölf Metern letztlich an seine Grenzen stößt. Flach gestreckte Aufbauten haben spätestens bei den Achterkammern ihre Auswirkungen, was bei der Oceanis 40 zu dem Kompromiss führt, dass der Cockpitboden relativ hoch gelegt werden musste. Das wiederum hat zur Folge, dass das niedrige Süll auf Dauer Rückenschmerzen verursacht. Neue Frische unter Deck In grundlegend verbessertem Innenkonzept präsentiert sich das Interieur gegenüber der früheren Oceanis-Linie. Wie schon bei der 50er stammt bei der Oceanis 40 das Innendesign aus dem italienischen Atelier Nauta Design. Auch hier findet man die totale Abkehr vom bislang Gewohnten. Vorbei sind die Tage des Kellerdaseins, was nicht nur durch die Seitenfenster im Rumpf erreicht wird, denn die gab es früher auch schon. Es sind vielmehr die großen Seitenscheiben des Aufbaus, die der neuen Linie quasi einen Deckssalonlook verpassen - wobei die Bodenbretter nicht auf verschiedenen Niveaus liegen - sowie die hellen Töne bei der Materialwahl des Innenausbaus. Cremeweiße Vinylflächen ergänzen die lichtbraune Färbung des Moabi-Holzes, ein Mahagoni -ähnliches, hartes Nutzholz aus Westafrika. Es überzeugt zudem durch eine ruhige, kontrastarme Maserung. Dieses Material hat Dufour erfolgreich eingeführt. Die Baunummer 1 hat eigentlich ein klassisches Dreikammer-Layout mit zwei Nasszellen, Längspantry im Salon und kleiner Navigation, wie zahlreiche an-dere Serienbauten auch. Die bemerkenswerten Unterschiede liegen einerseits in vielen Details und zum anderen in den extrem grosszügig dimensionierten Achterkammern. So ist beispielsweise das Waschbecken der vorderen Nasszelle nicht wie üblich neben der Toilette an der Bordwand platziert, sondern in Fahrtrichtung am Schott zur Vorschiffskabine. Das verbessert die Ergonomie in dem kleinen Raum und schafft Platz für einen geräumigen zusätzlichen Schrank. Der fällt jedoch als Stauraum aus, sobald, wie vielerorts vorgeschrieben, beide Toiletten mit einem Fäkalientank ausgerüstet werden müssen. Den zweiten gibt es bei Beneteau bislang nur als Option. Besonders sind auch Form und Funktion des U-förmigen Sofas im Salon: Dank der erweiterten Sitzfläche in Richtung der hinteren Nasszelle und des Wegfallens der abgrenzenden Rückenlehne entsteht zusätzlich zur Sitzfunktion um den aufklappbaren Tisch herum eine Ecke zum Hinlümmeln sowie gleichzeitig eine zusätzliche Abstell- und Sitzfläche mit möglichem Blickkontakt zum Cockpit. Die absoluten Gewinner des neuen Rumpfkonzepts sind die Doppelkojen in den Achterkammern, deren Abmessungen auf manchen deutlich größeren Yachten nicht anzutreffen sind, vor allem, was die Breite der Fußräume angeht. Mit der Entscheidung, ob man die Vorschiffskammer mit eigener Nasszelle oder die achtere an Steuerbord, ebenfalls mit direkter Anbindung an die Nasszelle, als Eignerkammer wählt, wird sich so mancher Käufer schwer tun. Das sollte wohl bei der im nächsten Jahr zu erwartenden Zweikammer- Version mit nur der achteren Nasszelle einfacher werden. Der positive Eindruck unter Deck wird ergänzt und unterstützt durch das gute Lüftungssystem und die reichhaltige Beleuchtungsausstattung mit Halogenspots und einer Nachtbeleuchtung auf LED-Basis. Sogar für das nächtliche Rotlicht über dem Navi-Platz ist gesorgt. Während die technischen Installationen durch die Bank weg einen soliden und fachgerechten Eindruck hinterließen, kann man sich beim Einbau des Autopiloten nur wundern. Wer hier für Wartung oder Reparaturen Hand anlegen will, muss erst den an Backbord unter dem Steuersitz platzierten Gaskasten komplett ausbauen. Da sollte sich die Werft wirklich etwas einfallen lassen. Die Ausbauqualität entspricht ordentlichem Großserienfinish. Da es sich beim Testboot um den Prototypen handelte, dürften für die Reihenfertigung noch Steigerungen möglich sein. Sehr gelungen sind bereits die Lösungen diverser Ausbaudetails. Fazit Die neue Oceanis 40 besticht, wie bereits das neue Flaggschiff der Linie, nicht nur durch ihr gelungenes Äußeres, sondern auch durch das frische Konzept und den eigenständigen, luftigen Ausbau. Das problemlos zu segelnde Schiff wird die Stammkunden bei der Stange halten und zudem das Interesse vieler neuer potenzieller Eigner wecken. Dafür sorgt nicht zuletzt das deutlich verbesserte Preis- Leistungs-Verhältnis. |
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