Yachttest: Testbericht "yacht" Oceanis 34 |
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Oceanis 34: Klasse für die MasseBeneteau bereichert die beliebt-belebte 34-Fuß-Klasse um eine neue Fahrtenyacht der Oceanis-Reihe. Deren Überarbeitung ist damit vorerst beendet, das neue Modell schließt die Lücke zwischen der Oceanis 31 und der Oceanis 37. Diese drei Boote haben mit den Konstrukteuren der Groupe Pinot ein renommiertes Designbüro gemeinsam und durch das italienische Studio Nauta einen ebenso homogenen wie markanten Stil. Wettbewerber der Oceanis 34Eigenständigkeit im Gesamtmarkt erlangt auch die neue Oceanis 34 dank eines kantigen Aufbaus mit großen, transparenten und getönten Seitenflächen, in die Fenster eingelassen wurden, durch das breite, halb offene Heck und eine gefällige Innenraumgestaltung, die viele Geschmäcker treffen wird. Das muss sie auch, denn die Oceanis- Reihe ist auf einen langen Lebenszyklus sowie hohe Stückzahlen ausgerichtet und sieht sich einem harten Wettbewerb gegenüber: Die etwas größere Hanse 350 bzw. die Hanse 355 in der 2-Kabinen-Version ist ebenso eine Konkurrentin wie die Bavaria 34 Cruiser oder eine Delphia 33 oder Elan Impression 344. Mit einem Grundpreis von 90 321 Euro platziert Branchenführer Beneteau die Oceanis 34 im unteren Segment und kommt Bavaria und Delphia recht nahe. Wobei der Preis sicher nur ein Entscheidungsparameter unter mehreren sein wird.
Die Oceanis 34 hat fast alles, was ein Cruiser brauchtDie Baunummer 1 der Oceanis 34 erwartet uns am Steg in St. Gilles Croix de Vie unweit der Konzernzentrale "Les Embruns"- Dort, wo die Aktivitäten der Gruppenmitglieder Beneteau, Jeanneau, Lagoon, CNB und bis vor kurzem auch Wauquiez koordiniert und entwickelt wurden, ist die Oceanis 34 mehr als nur ein weiteres neues Boot. Immerhin geben sich zum Test Produktmanager Bruno Belmont und Mitglieder seines Teams die Ehre. Sie selbst haben das Boot noch nie zuvor gesegelt. Da kommen 11 bis 15 Knoten Wind ganz recht. Bedingungen, bei denen sich das Steuerverhalten, die Druckverhältnisse und die Tendenz zum In-den-Wind-Schießen ordentlich ausloten lassen. Letzter Punkt ist zunehmend ein Thema. ![]()
Dem Kundenwunsch folgend nach viel Volumen achtern, mit einer großzügigen Achter-kammer und üppigem Stauraum, werden die Hecks immer breiter. Was wiederum mäßig konstruierte, bei viel Lage stark vertrimmende Boote den Achtersteven weit aushebeln lässt - bis das Ruder an Wirkung verliert. Ein Punkt, der auf Fahrtenschiffen nicht zu tolerieren wäre. Immerhin wird auf diesen die Großschot - so auch auf der Oceanis 34 - auf dem Kajütdach bedient, um das Cockpit frei zu halten. Bedeutet: Ein Mitsegler müsste bei böigem Wind permanent an der Großschot arbeiten, um den Sonnenschuss zu verhindern - wenn das Schiff Tendenzen dazu zeigt. Nicht so die Oceanis 34! Oceanis 34 unter Segeln Bis zu 35 Grad
Lage, was jenseits seglerischer Effizienz und
menschlichem Komfort rangiert, steckt sie
weg. So soll es sein. Das Atlantikwetter hustet
sich in Böen mit starken Drehungen aus, was
nebenbei zu einem heterogenen Wellenbild
führt. Unter Vorbehalt dieser wechselnden
Umstände lassen sich rund 6 Knoten Geschwindigkeit
Bruno Belmont scheint zufrieden und betont noch mal die klare Ausrichtung der Oceanis 34 als Fahrtenschiff. Nach der Option eines größeren Rades gefragt, gibt er entschieden zurück: "Klar kann man das ranbauen, das machen wir aber nicht. Der Weg nach achtern soll frei sein". Die Sitz- und Stehpositionen am Rad gehen denn auch in Ordnung. Das halb offene Heck wird oben durch einen mit Gasdruckfeder ausgestatteten schwenkbaren Deckel geschlossen. Oceanis 34 an Deck
Die Beschlagsauswahl entspricht gehobenem Standard: Spinlock- Klemmen und Harken- Winschen. Im Grundpreis ist ein Rohrkicker dabei, wie auch der Lazybag und die Cockpitdusche, das Rad ist ummantelt, und die Duchten sind mit Teak beklebt. Es fehlt jedoch die zweite Fallenwinsch, die man erst mit Spinnakerausrüstung benötigt. Ein Detail erfreut: Die Genuaschoten der Oceanis 34 lassen sich in ihren Umlenkungen abklemmen, wodurch die Cockpitwinschen schon beim Setzen frei für die Spischoten werden. Rigg der Oceanis 34
Oceanis 34 unter MaschineZurück an Deck, erhalten nun die Motoreigenschaften Beachtung. Die Oceanis 34 wird nicht über einen Saildrive angetrieben, sondern per Welle, die in einem anlaminierten Bock geführt ist. Serienmäßig quirlt diese einen dreiflügeligen Festpropeller, auf dem Testschiff war ein faltbares Modell angeschraubt. Angetrieben von Yanmars 3YM 20 mit 21 PS Leistung (Optionen werden derzeit nicht angeboten), kommt die Oceanis 34 unter Volllast auf knapp 7,5 Knoten, bei Marschfahrt sind es noch ausreichende 6,6 Knoten. Die Maschinengeräusche sind selbst auf dem Prototypen schon ordentlich gedämmt, lauter als 77 dB(A) wird es nicht. Auffälligkeiten im Verhalten unter Motor gibt es keine - das Schiff stoppt, dreht und fährt rückwärts wie die meisten anderen modernen ebenfalls. Im Hafen angekommen, wird man sich, wenn auch nicht fürs Mittelmeer, so doch zumindest für Reviere mit Boxen und Pfählen eine Scheuerleiste wünschen, die nur der Händler gegen Aufpreis nachrüstet. Innovationen auf der Oceanis 34Apropos unkonventionelle Lösungen: Da gibt es noch mehr, wenn man denn dieses Attribut ebenfalls für sinnvolle Details gebrauchen möchte, die bereits auf den anderen Typen der Reihe vorhanden sind. Als da wären: An Backbord befindet sich ein Rettungsinselstaufach im Cockpit. Der achtere Teil der Ducht wird hochgeklappt, wobei der Deckel aus der Oberseite und den Wänden besteht, die bis auf den Boden reichen. Ist das Bauteil aufgeklappt, liegt die Insel frei auf dem Cockpitboden. ![]()
Das bedeutet: schneller Zugriff ohne Verrenkungen in einer tiefen Kiste. Der (nicht abgedichtete) Stauplatz ließe sich auch gut für ein gepacktes Dingi nutzen. Weiter ist der Ruderquadrant von außen über die große Badeplattform durch ein Inspektionsluk erreichbar, wenn auch der Zugriff nicht ideal ist. Im Heck der Oceanis 34 prangt noch eine kleine Eigenheit, die Beneteau seit Jahren bringt: Ein aufklappbares Fenster im Spiegel sorgt in Kombination mit weiteren im Cockpit und an der Aufbauhinterkante für Durchlüftung sowie Licht und erlaubt beispielsweise vor Anker einen netten Blick nach draußen. Details, viel mehr als Gimmicks. ![]() ![]()
Überraschende Lösungen auf der Oceanis 34Speziell sind auch Schiebeluk und Steckschott aus Plexiglas mit Aluminiumrahmen. Sie bilden eine Einheit. Das Schott wird hochgeklappt, über das Luk geschoben und mit diesem zusammen in die Garage gesteckt. Durch eine ausgeklügelte Vorrichtung lässt sich das Luk zudem bei geschlossenem Schott aufschieben. Andersartig ist des Weiteren die Garage selbst: Sie ist ebenfalls oben mit einer Plexiglasscheibe ausgestattet; Licht kann also durch Garage und Schiebeluk hinunter in den Salon dringen. Dieser Trick ersetzt das Mittelluk. Eine zu öffnende Klappe befindet sich noch vor dem Mast. Eine weitere, allerdings nicht negative Besonderheit der Oceanis 34 ist der Niedergang. Nur bei genauem Hinsehen bemerkt der Betrachter, dass der Einstieg insgesamt um einige Zentimeter nach Steuerbord versetzt ist. Muss ja einen Sinn haben, freiwillig baut keiner asymmetrische Schiffe. Lösungen, die überraschen Produktmanager Bruno Belmont: "Dadurch gewinnen wir diese Zentimeter an Backbord für einen größeren Zugang zur Achterkammer. Auch der Motor steht nicht genau in Mittschiffslinie. So lässt sich bei Bedarf der Schaft ziehen, ohne das Ruderblatt demontieren zu müssen. Oceanis 34 unter DeckÜberhaupt sind Licht und Luft heute mehr denn je ein großes Thema bei Beneteau. Der Salon ist hell und einladend, die Kontraste sind groß. Die weiße, saubere Innenseite des Vakuum-Injektionsdecks, (wahlweise) helle Polster und eine ebensolche Arbeitsplatte der in den Salon ragenden Pantry kontrastieren mit dem angenehm. warm wirkenden, gebeizten Alpi-Holz. Die dunkleren Bodenbretter der Oceanis 34 bestehen aus einem pflegeleichten und langlebigen Laminat in Plankenoptik. Die großen, getönten Einbaufenster mit den eingesetzten Klappöffnungen sowie die Skylights und die Rumpffenster verbessern noch den Raumeindruck.
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| Kojen: | 7 |
| Kabinen: | 3 + Salon |
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| Länge ü.a.: | 10.34m |
| Breite: | 3.65m |
| Tiefgang: | 1.87m |
| Baujahr: | '10 |
| Gewicht: | 5.70t |
| Maschine: | (20PS) 15kW |
| Wassertank: | 290 l |
| Dieseltank: | 130 l |
| Stehhöhe: | 1.90 m |
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