Yachttest: Testbericht "yacht" Oceanis 343 |
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Die Oceanis 343 im YachttestWer im winterlich frösteligen Dunst auf den Werftschlengel von Beneteau in St. Gilles am Atlantik hinab sieht, entdeckt die neue Oceanis 343 nicht sofort. Zu unscheinbar sieht sie aus, zu sehr nach Großserie, als dass ein flüchtiger Blick genügen würde, sie auf Anhieb auszumachen. Die optische Zurückhaltung ist durchaus gewollt. Schiffe zu bauen, die sich sofort ins Bewusstsein drängen, entspricht nicht der Markenphilosophie des größten Serienyacht-Herstellers der Welt. "Lieber gewinnen wir Hunderte von Seglern als einen Designpreis" , sagt Eric Ingouf, der Entwicklungschef, selbstbewusst.
Konzeption der Oceanis 343Etwas gestreckter wirkt die Neue, etwas fülliger, dabei doch leicht. Aber eben wie eine typische Beneteau. Boote wie diese, ohne markige Ecken und Kanten, haben das Gesicht der Großserienwerft geprägt. Haben gezeigt, dass die Franzosen in der Lage sind, ein eher unaufregendes Produkt erfolgreich in eine bestehende Marktlücke hinein Sie muss bei nur 34 Fuß Länge Raum bieten, ohne bullig zu wirken. Sie muss simpel, aber lebendig zu segeln sein. Sie muss eine Konstanz im Markt haben, ohne altmodisch oder veränderungsscheu zu wirken. Sie soll den gestiegenen Komfort-Erwartungen gerecht werden, ohne dass sie preislich ihre Position im Markt verlässt. Mit anderen Worten: Sie ist ein Schiff, das es eigentlich nicht geben kann. Darin, dass sie es schafft, Gegensätzliches unter ein Deck zu bringen, liegt die vielleicht herausragendste Eigenschaft der neue Oceanis 343. Oceanis 343 an DeckWas hat sich konkret geändert? Das Rigg ist filigraner und etwas höher gegenüber der Vorgängerin; der Alumast wird jetzt über zwei Salingspaare verstagt (die 331 hatte nur eines). Kaum merklich haben die Konstrukteure von Berret-Racoupeau das Volumen der Oceanis 343 vergrößert. Wegen des abgestuften Aufbaus, der moderner und gestreckter wirkt, übersieht man leicht, dass das Boot in Wahrheit mehr Freibord verpasst bekam, also höher gewachsen ist. Bei fast gleich großer Segelfläche ergibt das ein geringfügig schlechteres Leistungsgewicht; die Segeltragezahl ist von 4,6 auf 4,43 leicht gesunken, liegt aber noch immer in einem für Tourenschiffe gängigen Bereich. Die überraschendste Veränderung ist gar keine: Im Preis nämlich liegt die Oceanis 343 ausstattungsbereinigt genau auf dem Niveau ihrer Vorgängerin, und das bei einem deutlich größeren Raumangebot. Das ist schon eine Leistung, auch wenn die Oceanis 343 mit 95 330 Euro verglichen mit der Konkurrenz eher im oberen Mittelfeld segelt. Maschine der Oceanis 343Wir wollen segeln gehen. Zwar ist es bereits mehr als unwirtlich - bald wird hier Eis auf dem Flüsschen La Vie hinuntertreiben - aber die Oceanis 343 lädt dennoch ein, in See zu stechen, statt im trüben Hafen zu bleiben. Ganz in Weiß und mit Beneteau-üblichem sauberem Finish sieht sie fast leichtfüssig aus. Es gibt Boote in dieser Größenklasse, die - umständlich verschnürt und verpackt - eher zum Dableiben als zum Wegfahren animieren. "Eine Oceanis dagegen", betont Eric Ingouf, "soll es ihrem Eigner leicht machen rauszufahren." Also an Bord und los!
Segeleigenschaften der Oceanis 343Das Groß wandert ins Rigg, die Genua rollt aus, der Motor verstummt. Nur leicht weht der Wind beim Test an der französischen Atlantikküste. Doch kaum sind die Schoten dichtgenommen, kommt Leben in die Oceanis 343. Leicht beschleunigt sie auf gut 6, in Sollte man einhand oder mit Gästen unterwegs sein, ist es zumindest nicht mehr nötig, das Rad zu verlassen und zur Navigation unter Deck zu verschwinden. Auch der Genuatrimm kann von der Steuerposition aus verändert werden. Das gilt freilich nur für die Schoten, denn die Holepunkte sind nicht leinenverstellbar. Das Großsegel inklusive der Traveller der Oceanis 343 wird dagegen komplett über die Winschen auf dem Kajütdach bewegt - typisch für Großserienboote heute. Positiv fällt auf, dass der Rohrkicker jetzt zur Serienausstattung zählt, über den sich das Profil des Großsegels raumschots gut einstellen lässt. Mehr Trimmmöglichkeiten gibt und braucht es nicht. Das zweigeteilte Achterstag muss ohne Schnellspanner auskommen. Trotz der offenkundigen Ausrichtung auf leichteren Wind, hat sich die Werft Gedanken über das Anbringen von Sturmsegeln gemacht. Auf Wunsch lässt sich ein inneres Vorstag aus blankem Draht riggen, an dem eine Sturmfock gesetzt werden kann. Ab etwa 90 Grad wahrem Windeinfall setzen wir einen flachen, asymmetrischen Spinnaker. Der Hals des Segels wird über den Ankerbeschlag geholt. Serienmäßig ist dieser so gearbeitet, dass er die nach oben gerichtete Last einer Halsleine aushält. Dem Strecker gewährt er außen vor dem Vorstag und dem Bugkorb genügend Schwingfreiheit, sodass er nicht die darüber liegende Trittstufe des Bugkorbs malträtiert. Auch halbwinds und raumschots zeigt sich die angenehme Sensibilität der neuen Oceanis 343 als Plus, zumindest bei den leichten Testbedingungen. Unter Spi erreicht die Oceanis 343 bis zu 7,2 Knoten Speed bei maximal 10 Knoten Wind. Das ist für ein Fahrtenschiff, zumal dieser Gewichtsklasse, schon richtig temperamentvoll und belegt, dass die Konstrukteure ihre Aufgabe gut gemacht haben. Das Gros der Eigner wird die Oceanis 343 ebenso problemlos wie freudvoll erleben. Dass es schnellere und agilere Schiffe gibt, stäbigere und unerschütterlichere, steht außer Frage. In der Golf-Klasse des Yachtbaus aber werden ihr nicht viele den Rang des idealen Allrounders streitig machen können. Cockpit der Oceanis 343So erscheint auch die eher entspannte Cockpitgestaltung nachvollziehbar. Sie ist nicht eben perfekt für das Amwind-Steuern. Wer bei Lage von Luv aus am Rad stehen will, findet keine Abstützung für die Füsse und geht über kurz oder lang auf Wanderschaft, sobald die Krängung das Haftvermögen der Bootsschuhe überfordert. "Aber so steuern Oceanis-Segler ohnehin nicht", sagt Exportchef Hayo Vreeswijk. "Sonst hätten sie längst einen Cruiser/Racer aus unserer First-Reihe wie die First 36.7 Probe gesegelt.
Denn großer Ausschläge bedarf das nicht. Sollten dennoch mal heftigere Bewegungen nötig sein oder muss die Yacht einen Moment freihändig Kurs halten, kommt ihr der Mechanik eigene Reibung zugute: Das Rad dreht nicht gleich wie bei einem Regattaschiff wild von selbst; so bewahrt die Oceanis 343 auf angenehme Weise auch in bewegter See Ruhe. Auf Zeichnungen mag die Instrumentenkonsole aus Plastik, die über der Steuersäule thront, wuchtig erscheinen. Zweiteilig prangt sie vor und über dem Rad, soll die Raymarine- ST-60-Instrumente beherbergen sowie einen GPS-Kartenplotter und das Display für den Autopiloten (alles Optionen). Tatsächlich fällt die Konsole aber gar nicht so sehr auf, bietet dafür alle möglichen Daten permanent feil und ermöglicht ein fast zentralistisches Regime an Bord.
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| Kojen: | 7 |
| Kabinen: | 3 + Salon |
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| Länge ü.a.: | 10.82m |
| Breite: | 3.48m |
| Tiefgang: | 1.90m |
| Baujahr: | '08 |
| Gewicht: | 6.10t |
| Maschine: | (29PS) 21kW |
| Wassertank: | 250 l |
| Dieseltank: | 75 l |
| Stehhöhe: | 2.00 m |
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