| Das sagt die "yacht" zur Hanse 371 | ||
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Abschrift des Test der Hanse 371 . Link zum Original-Artikel am Ende dieser Seite. |
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| Als Michael Schmidt, in der Szene als "Schmiddel" bekannt, vor acht Jahren die gut funktionierende Yachtwerft Wedel bei Hamburg verkaufte und sich einen völlig heruntergekommenen Betrieb in Greifswald zulegte, verstanden das zunächst nur die wenigsten. Schmidt brauchte damals eine neue Herausforderung. In Wedel hatte er zahlreiche erfolgreiche Admiral's Cupper gebaut und einige davon auch selbst - wie 1985 zum Sieg - geskippert. Innerhalb weniger Jahre machte er das Yachtzentrum Greifswald zu einer modernen Werft, die mit etwa 170 jährlich verkauften Yachten auf Platz zwei in Deutschland hinter Bavaria (zirka 1300) rangiert. Schmidts Ziel ist einfach: Er will Schiffe bauen, die schnell und sicher, aber dennoch einfach segeln, deren Ambiente unter Deck dem klassisch schönen Stil der US-Ostküste entspricht, wie man es beispielsweise an Bord der Hinckley- Yachten findet (siehe auch YACHT 19/99, "Serie mit Charakter"), und die trotz hoher Bauqualität preislich so attraktiv sind, dass sich der Kunde lieber für eine Hanse entscheidet als für ein Produkt der Konkurrenz. Die Hanse 371 ist die erste Yacht, die Michael Schmidt und seine Truppe in Greifswald vollständig selbst gebaut haben. Die anderen Hanse-Typen basieren auf älteren und bewährten Rümpfen mit veränderten Decklayouts und Inneneinrichtungen. Da "SchmiddeI" als alter Regattafuchs schnelle Boote liebt, ließ er sich von seinen langjährigen Freunden Judel und Vrolijk die Hanse 371 zeichnen. Eine moderne und schnelle Yacht sollte es werden, mit Platz für vier bis fünf Kojen in der Eigner- und für sechs Personen in der Charterversion. Und für die Familie einfach zu segeln sollte sie sein, mit einer Selbstwendefock und einem recht voluminösen Großsegel, das dem Schiff auch bei leichtem Wind genug Kraft für die Kreuz verleiht. Schnell und hoch am Wind, lautete die Vorgabe, und niemand soll beim Wenden eine Schot anfassen müssen - das ideale Familienschiff also. Das Konzept hat sich auf der Hanse 401 bestens bewährt und wurde deshalb auf die neue Hanse 371 übertragen. Das Konstruktionsbüro Judel/Vrolijk zeichnet seit über 20 Jahren zahllose erfolgreiche Regattayachten und viele schnelle Fahrtenboote. Das Konzept der Hanse 371 wurde im Büro Bremerhaven unter der Leitung von Torsten Conradi entwickelt. Die "hochmotivierten Bootsbauer" (Schmidt) in Greifswald bauten den Prototypen in Rekordzeit und stellten ihn rechtzeitig zur hanseboot '99 fertig. Der Rumpf wird von Hand laminiert, oberhalb der Wasserlinie im Sandwichverfahren mit. Die Verwendung von Isophthalsäureharzen sorgt dafür, dass sich keine Osmose bilden kann. Das Deck ist ebenfalls nur zum Teil eine Sandwichkonstruktion mit Balsa-Einlagen. Die kritische Deck-Rumpf- Verbindung wird verschraubt und verklebt, alle Schotten und Innenschalen sind einlaminiert. Die 371 wird mit tiefem (1,98 m) und flachem Festkiel (1,69 m) angeboten. Außerdem gibt es eine elektro-hydraulisch angetriebene Kielschwertversion mit variablem Tiefgang von 1,08 bis 2,10 Meter. Das Schiff entspricht der Kategorie A (Hochsee) der EU-Richtlinie, eingestuft durch den Germanischen Lloyd. Der Greifswalder Bodden zeigt sich Anfang November frostig kalt, sonnig, aber auch recht flau. Mehr als 6 bis manchmal 10 Knoten Wind sind nicht drin. Trotzdem läuft die Hanse 371 mit der kleinen, eng geschoteten Selbstwendefock bis zu 5,4 Knoten an der Kreuz. Der Wendewinkel beträgt 70 Grad - wie bei einem guten Regattaschiff. Der Großbaum soll noch um etwa 20 Zentimeter verlängert werden, auch die Segel des örtlichen Segelmachers lassen noch Verbesserungen zu. Das Schiff liegt leicht auf dem Ruder und springt nach einer Wende schnell wieder an. Wer nicht zu den ganz Sportlichen gehört, die nie ruhig und entspannt im Cockpit sitzen können, wird die Vorteile einer guten Selbstwendefock zu schätzen wissen. Für flaue Bedingungen gibt es eine 40-Quadratmeter-Genua, dann steigt die Segeltragezahl von 4,3 auf den sehr hohen Wert 4,9. Die Geräuschdämmung des Volvo- Diesel 2030 ist ausgezeichnet, die Mess werte lagen bei Marschfahrt (6,8 Knoten) im leisen Bereich. Die Manövrierfähigkeit unter Maschine ist mit dem Saildrive sowie dem Faltpropeller (Aufpreis 950 Mark) sehr gut, auch das Anlegen rückwärts in eine enge Box gelingt auf Anhieb völlig problemlos. Der Holzausbau unter Deck besteht aus sauber verarbeitetem Mahagoni. Von besonderer Qualität ist die Hochglanzlackierung. Die Holzflächen setzen sich wohltuend von beigefarbenen Schotten und Deckenverkleidungen ab. Die Füllungen der Schranktüren bestehen aus einem (luftdurchlässigen) stabilen Geflecht, so dass ein sehr wohnlicher und gemütlicher Eindruck entsteht. Gelungen ist auch die Aufteilung des Salons mit dem Kartentisch an der Backbordseite und seinen einander gegenüber eingebauten Einzelsitzen. Die Hanse 371 gibt es wahlweise mit einer oder zwei Achterkabinen. Mit nur einer - dafür größeren - Achterkabine entsteht Platz an Steuerbord. Der kann nach Eignervorstellung mit einer Werkstatt, einer separaten Dusche, einer Rohr- oder einer klassischen Hundekoje nach Belieben ausgebaut werden. Der vorhandene Stauraum reicht in jedem Falle für eine vier- bis sechsköpfige Crew völlig aus. Die Tankkapazitäten lassen durchaus auch längere Reisen zu. Die Hanse 371 ist ein schönes, klassisch ausgebautes Schiff mit herausragenden Segeleigenschaften in guter Bauqualität zu einem äußerst attraktiven Preis. Sie ist der Beweis dafür, dass man in den neuen Bundesländern Yachten bauen kann, die im internationalen Vergleich bestehen können. Die kleinen Mängel des Prototypen lassen sich für den Serienbau leicht ausmerzen | ||
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Hanse 371
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