Yachttest: Testbericht "segeln" Hanse 325 |
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Die Hanse 325 im YachttestMan muss das Boot nicht neu erfinden, wenn es so gut funktionierte wie die Hanse 320. So ist die neue Hanse 325 mehr Evolution denn Revolution, eine Weiterentwicklung von Bewährtem. Vor allem auf die markanten Ecken der 320 wurde verzichtet. Hamburg lag bei Abflug wenige Stunden zuvor schon im jahrestypischen Grauschleier verborgen; aber hier, in der malerischen Bucht von Lavagna, etwa 30 Kilometer südöstlich von Genua bei Portofino gelegen, ist Mitte September durchaus noch Segelsaison. Für diese Jahreszeit herrschen typische, milde 20 Grad, strahlender Sonnenschein und eine laue Meerbrise, als wir mit der kleinen Hanse 325 Richtung Portofino hinaus motoren. Ein durchaus gelungenes Ambiente, um der europäischen Fachpresse die neuen Yachten für die kommende Saison zu präsentieren, wird sich wohl auch die Hanse Yachts AG gedacht haben. Die Modellpolitik der Hanse 325In Greifswald ist man gerade dabei, die große Flotte zwischen 32 und 63 Fuß rundum zu erneuern. Neben der Hanse 350, Hanse 355, der Hanse 370, Hanse 400 und der Hanse 430 und der ist natürlich vor allem das neue Einstiegsmodell von besonderem Interesse. Die kleine Hanse 291 legte einst den Grundstein für den Erfolg der Werft zur heute zweitgrößten Deutschlands und auch das Vorgängermodell der neuen 325, die Hanse 320, verkaufte sich mit rund 450 Einheiten zwischen 2007 und 2010 außergewöhnlich gut. In einem Markt immer älter werdenden Klientel ist gerade dieses Segment bedeutsam, denn in der sowohl preislich attraktiven wie auch noch leicht zu handhabenden Größe können einerseits Neukunden für die Zukunft geworben werden, andererseits auch ältere Pärchen ihre Segelvita ausklingen lassen. Dadurch ist die Bootsklasse um zehn Meter wohl die am meisten umkämpfte im Großserienbau überhaupt. Gleichzeitig ist sie auch konstruktionell äußerst anspruchsvoll, denn die Kleinen müssen heute kleine Große sein, um im Wettbewerb bestehen zu können.
Wettbewerber der Hanse 325Die hauptsächlich Vergleichbaren dabei: Marktführer Beneteau mit der Oceanis 31 (84.000 €), Dufour mit der 325 (98.000 €), Jeanneau mit der Sun Odyssey 33 i (82.000 €) und Bavaria 32 cruiser (67.000 €). An diesen mehr oder minder vergleichbaren Fahrtenkonstruktionen muss sich die neue Hanse 325 messen lassen. Was aber ist wirklich neu an ihr? Veränderungen der Hanse 325 zur Hanse 320Im Grunde genommen handelt es sich bei der überarbeiteten JudellVrolijk-Konstruktion um eine konsequente Weiterentwicklung der bereits bewährten Hanse 320; ein überlegtes Facelift, bei dem Verdientes unverändert geblieben ist. Rumpf, Ruder und Die Hanse 325 unter SegelnDraußen in der Bucht soll die Yacht jetzt ihr Segelpotenzial unter Beweis stellen. Wenn nur, auch das leider typisch für die nördliche Mittelmeerregion zu dieser Jahreszeit, nicht diese unsägliche Flaute vorherrschen würde. Verzweifelt wartet das Test-Team auf einen einigermaßen konstanten Wind. Bei Windstärken zwischen sechs und zehn Knoten, so viel ist jetzt schon klar, werden sich Aussagen hinsichtlich Anfangs- und Endstabilität dieser Yacht kaum machen lassen. Verschiechtern dürften die sich jedoch kaum, da die Eckdaten gleich geblieben sind, der Hebelarm sich durch den etwas längeren T-Kiel (1,84 Meter) aber ein wenig verlängert hat. Für flachere Gewässer gibt es optional einen gemäßigteren L-Kiel (1,53 Meter). Interessant aber bei diesen Bedingungen: Das Leichtwindpotenzial der Yacht, ihre Agilität und ihr Ansprechverhalten durch die Trimmöglichkeiten, denn bei viel Wind segelt jede Yacht. Die solide Segeleigenschaften der Hanse 325Um einen eventuellen Kapeffekt zu nutzen, motoren wir nach Portofino hinaus. Der laufruhige 18 PS Einbaudiesel, die Werft ist hier von Yanmar zu Volvo gewechselt, bringt das 5,2 Tonnen schwere Boot schon bei Marschfahrt (2.200 Umdrehungen) auf 6,5 Knoten; unter Volllast (2.800 Umdrehungen) sind es gar 7,1 Knoten. Leicht ausreichend, um eine Crew auch bei widrigeren Bedingungen sicher in den Hafen zu bringen. Tatsächlich wehen am Kap um Portofino zumindest konstante zehn Knoten, sodass wir die Segel - serienmäßig ein durchgelattetes Groß und Selbstwendefock in Dacron von North Sails - setzen können. Gut 51 Quadratmeter Segelfläche am Wind beschleunigen die Hanse 325 auf gute 6,3 bis 6,5 Knoten. Das allerdings bei optimalen 60 Grad zum Wind. Bei maximaler Höhe um 40 Grad zum Wind segeln wir noch um 5,5 Knoten; nach mehreren Wenden messen wir so einen für das Fahrtensegeln souveränen Wendewinkel um 85 Grad. Dank Selbstwendefock sind die auch allein leicht zu fahren. Will man solo segeln, sollte das Maindrop-System zum Bergen des Großsegels (428 Euro) mitbestellt werden. Wer es sportlicher mag, sollte zusätzlich einen Großschottraveller (1.154 Euro) sowie Genuaschienen (821 Euro) und Genua ordern, um bei Leichtwindbedingungen wie diesen seinen Spaß zu haben. Oder man geht gleich einen Schritt weiter und bestellt einen Code Zero mit eigenem, wegnehmbaren Stag und Rollanlage.
Nervige Segelwechsel entfallen dann und das moderne Leichtwindsegel deckt zusätzlich auch raumere Kurse ab, kann bei wenig Wind aber auch viel Höhe vertragen. Segel und Navigationsinstrumente sind von der Steuerposition der Hanse 325 aus gut einsehbar und das Rad gibt ausreichend Rückmeldung über den Bootstrimm. Eine direktere Pinne, die bei dieser Größe durchaus Sinn machen würde, wird als Alternative leider nicht mehr angeboten. Fahrtentauglich sind sämtliche Fallen und Strecker ins gut geschützte Cockpit umgelenkt. Die Großschot allerdings ist mit einer 1:4 Untersetzung etwas schwergängig und, an einem Block am Cockpitboden positioniert, vom Rudergänger aus auch schwer erreichbar. Dank des 9/10-Riggs kann über die Achterstagstalje ausreichend Mastspannung erzeugt werden, der zu sichtlichem Erfolg am Vorliek und mithin auch im Bootsspeed führt. Allerdings wäre auch hier eine leichtgängigere Untersetzung wünschenswert. Alles in allem macht die Hanse 325, auch dank wertiger Winschen und Beschläge, unter Segeln wirklich Spaß: Kleine Böen werden gleich in Speed umgesetzt und dank des tiefen Balanceruders steuert sich das Boot recht agil. Genügend Stauraum für Leinen, Fender oder auch die Badeleiter, die am Heck eingesteckt wird, findet sich in der riesigen Backskiste backbords. Leider ist die Öffnung recht klein geraten und der Innenraum nicht unterteilt, was nur teilweise dadurch kompensiert wird, dass man einen zweiten, praktischen Zugang von der Nasszelle aus hat. Das Interieur der Hanse 325
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Achterlich schließt sich backbords der Nassbereich an, während steuerbords eine weitere Doppelkoje platziert ist. Weiterhin stehen aber verschiedene Polsterstoffe zur Auswahl. Auffällige Neuerung ist auch unter Deck die gerundetere Formensprache, die sich im gesamten Interieur von Schränken bis hin zu Ablagen bemerkbar macht. Als Ausbauholz verbaut die Werft bei der Hanse 325 ein dunkleres Kirschholz namens "Ohio Cherry", das angenehm mit den weißen Seitenflächen kontrastiert. Der sehr helle Ahornboden ist optisch etwas unglücklich, bekommt aber auch noch eine Alternative. Mehr Stauraum gibt es im Salon durch die jetzt hochgezogenen Schränke, da auf die markanten Rumpffenster des Vorgängermodells verzichtet wurde Die Pantry bietet vom zweiflammigen Gaskocher mit Backofen, isolierter Kühlbox, ausreichend Stauraum bis hin zur Edelstahlspüle alles, was der Smutje zum Kochen benötigt. Apropos Salon-Tisch: Um den Durchgang nach vorn zu erleichtern, kann er in Längsrichtung verschoben und arretiert werden; eine durchdachte Lösung. Warum er aber keine Schlingerleisten gegen das Verrutschen kleinerer Gegenstände hat. bleibt offen. Der gegenüberliegende Navigationsbereich aber ist sehr klein geraten und lässt auch optisch mit seiner billig anmutenden Kunststoffverkleidung (dahinter: Radio und Elektronikpaneel) zu wünschen übrig. Man kann zwar, wie auch Marketing-Chef ]örn Bock meint, grundsätzlich über die Sinnhaftigkeit eines eigenen Navigationsplatzes auf dieser Schiffsgröße und in Zeiten von digitalen Plottern streiten, aber wenn man ihn schon einbaut, sollte er praktikabler sein. Hier wird man wohl den Salon-Tisch vorziehen. Die Plastikverblendung allerdings soll in stilvolleres Holz umgeändert werden. Ein weiteres Gimmick bei den Salonpolstern der Hanse 325: Zieht man .die Sitzflächen heraus, vergrößert sich die Fläche und die Lehnen schrägen sich gleichzeitig mit an, was zu erhöhtem Komfort zu späterer Stunde führt; allerdings ebenfalls als Extra (1.130 Euro). Die Kojenmaße sind ausreichend. Eigner werden wohl die optisch schön mit Holz verblendete V-Koje präferieren, da die Heckkoje ausreichend groß sind. ![]()
Dass die Leselampen vorn (wie auch sonst) ein Extra darstellen ist merkwürdig. Aber wirkliche Ablageflächen für beispielsweise Bücher fehlen hier ohnehin. Zwei große Schränke bieten dafür genügend Stauraum für Kleidung. Insgesamt wirkt das moderne, dabei aber nicht unterkühlte Interieur der Hanse 325 optisch wirklich ansprechend. Die gerundeteren Linien im Ausbau vermitteln mit den vielen hellen Flächen eine bei dieser Größe überraschende Weitläufigkeit. Gerundete Treppen, Handläufe am Niedergang und im Salon sowie eine gute Durchlüftung in allen Räumen zeigen, dass die Werft dabei meist auch an die Funktionalität gedacht hat. Ist der Preis der Hanse 325 heiß?
Fazit Yachttest der Hanse 325Die neue Hanse 325 ist eine gelungene Weiterentwicklung des bisherigen Einstiegmodells. Vor allem der jetzt gemäßigtere Decksaufbau gefällt und das überholte Interieur ist überzeugend. Die soliden Segeleigenschaften blieben erhalten. Durch Selbstwendefock und eine einfache Bedienbarkeit ist sie auch allein leicht handelbar. Kleinere Makel wie beispielsweise unlackierte Stöße an den Bodenbrettern oder die schlecht zu arretieren· die Treppe für den Motorzugang sind bei diesem Preis verzeihbar und leicht zu beheben. Zumal im Strukturellen nachgearbeitet wurde: Das Hauptschott ist jetzt komplett anlaminiert, die erste Lage ist in wertigerem Vinylesterharz auf Epoxy·Basis verarbeitet, was die Yacht verwindungssteifer und osmoseresistenter macht. |
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| Kojen: | 5 |
| Kabinen: | 2 + Salon |
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| Länge ü.a.: | 9.63m |
| Breite: | 3.30m |
| Tiefgang: | 1.84m |
| Baujahr: | '11 |
| Gewicht: | 5.20t |
| Maschine: | (18PS) 13kW |
| Wassertank: | 240 l |
| Dieseltank: | 90 l |
| Stehhöhe: | 1.80 m |
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