| Das sagt die "yacht" zur Hanse 315 | ||
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Abschrift des Test der Hanse 315 . Link zum Original-Artikel am Ende dieser Seite. |
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| Im großen Vergleichstest der 32-Fuß-
Klasse verlässt die Testcrew der
YACHT nun die Gemütlichkeit und
den Komfort jenseits des Niedergangs.
Für Teil 1 (siehe Ausgabe Nr. 13/06) hat
die Mannschaft die acht Schiffe unter
Deck vom Bug bis zum Heck durchgemessen,
die Konzeptionen verglichen, Einrichtungen
gecheckt und hinter Schapps
und Schubladen geguckt.
Nun müssen die acht Testboote beweisen,
ob sie auch an Deck und unter Segeln
den hohen Ansprüchen genügen. Können
die Yachten aufgrund ihres Abschneidens
in der Bewertungskategorie "Unter Deck"
die in sie gesteckten Erwartungen auch
erfüllen? Vermögen die Sieger aus dem
Interieur-Klassement ihren Vorsprung
auf dem Wasser zu halten? Und: Welche
Boote punkten am Schluss mit dem besten
Gesamtpaket?
Das sportliche Spektrum der Klasse
wird von zwei Booten vertreten, die in
puncto Segeleigenschaften zweifellos als
Favoriten ins Rennen gegangen sind. Die
Beneteau First 31.7 basiert auf der ehemaligen
Eintypklasse "Figaro". Der Racer
wurde in den neunziger Jahren auf Offshore-
Regatten erfolgreich eingesetzt,
darunter in einer viel beachteten Einhandserie
am Atlantik.
Die Architekten der Groupe Finot haben
die Designparameter der schnellen
Figaro etwas gezähmt und den Kiel auf
einen Tiefgang von 1,90 Meter modifiziert,
für ein Boot dieser Größe immer
noch viel. Die Yacht erhielt einen Ausbau
und eine neue Decksform. Sie kam 1999
auf den Markt und ergänzte das attraktive
Performance-Programm von Beneteau
um einen neuen IMS-abgestimmten Cruiser/Racer.
Das Boot wurde bis heute rund
1100-mal gebaut und gehörte immer zu
den Bestsellern der Werft.
Das zweite eher sportlich orientierte
Schiff ist die Elan 31, auch sie mit einer
relativ hohen Segeltragezahl knapp über
4,5 und einer regattaorientierten Konfiguration
von Kiel und Ruder. Das Boot
ist seit 2002 auf dem Markt und nach der
erfolgreichen Elan 40 die zweite Konstruktion
von Rob Humphreys für das slowenische
Werftunternehmen.
Schon ein gutes Stück näher hin zum
Fahrtensegeln orientiert sich die Dufour
325 Grand'large. Das neue Boot wurde
von der YACHT erst jüngst in Ausgabe
1/06 vorgestellt. Die Felci -Konstruktion
ist mit 3,40 Metern das breiteste Schiff im
Wettbewerb und durch ein Gewicht von
4,7 Tonnen relativ schwer.
Die deutsche Werft Hanseyachts in
Greifswald schickt mit der neuen 315 eine Überarbeitung des Vorgängermodells
312 nach den Plänen der Konstrukteure
JudelNrolijk ins Rennen. Das Schiff erhielt
etwas mehr Streckung sowie eine
längere Wasserlinie für bessere Leistungen
unter Segeln. Außerdem wurde die
Decksform geändert. Mit dem lang gezogenen
Aufbau bietet die Hanse eine
besonders eigenständige Optik. Die 315
gilt mit einem attraktiven Verhältnis von
Preis und Leistung als sehr interessant in
der Klasse.
Das Schiff im Spannungsfeld zwischen
Cruising und Performance einzusortieren
fällt nicht leicht. Der Tiefgang von 1,75
Metern bei einem Ballastanteil von 33,3
Prozent ordnet es eher dem sportlichen
Segment zu, die Segeltragezahl von 4,2
(mit Selbstwendefock) klassiert die Yacht
dagegen in den gemütlichen Fahrtenbereich.
Mit der Oceanis 323 stellt die weltweit
größte Bootswerft Beneteau für den
Vergleich ein zweites passendes Boot zur
Verfügung. Sie kam 2001 auf den Markt
und wurde bisher über 600-mal gebaut.
Die Test- Teilnehmerin kommt fraglos aus
dem Cruising-Lager; sie wurde kompromisslos
auf Komfort und Volumen gebürstet
und ist zudem mit 9,72 Meter
Rumpflänge das längste Boot im Vergleich.
Ihr Schwerpunkt liegt ganz deutlich
auf dem Fahrtensegeln. Dafür steht
das hohe Freibord, die mächtige Heckpartie,
das grosszügig bemessene Cockpit
mit der wuchtigen Steuersäule sowie das
einfache und kurz gehaltene Rigg. Dagegen
allerdings spricht der recht tiefe Kiel
(1,80 Meter). Auch gehört die Oceanis
mit einem Gewicht von 3,9 Tonnen zu
den Leichtgewichten im Vergleich, was
eine hohe Segeltragezahl von 4,5 zur Folge
hat - gleich viel wie zum Beispiel die
schnelle Elan 31. Um es vorwegzunehmen:
Die Oceanis wird diese Vorteile
nicht ausspielen können.
Auch die Sun Odyssey 32i vertritt zwar
als reiner Cruiser das Fahrtenprogramm
von Jeanneau, weist auf dem Papier aber
ordentliche Leistungsdaten aus. Der Standardkiel
geht 2,00 Meter tief, und die Segeltragezahl
ist mit 4,4 im Vergleich zu
den anderen Testschiffen relativ hoch.
Das hat seinen Grund: Dasselbe Schiff
ist als Sun Fast 32i auch in einer Performance-
Version erhältlich. Allerdings steht
auf dem Cruiser/Racer ein deutlich höherer
Mast auf dem Kiel, er trägt zudem
auch mehr Segelfläche. Die 32er von Jeanneau
gibt es in dieser Konfiguration seit
2002. Vergangenes Jahr hat die Konstruktion
von Philippe Briand ein neu gestaltetes
Deck, gebaut im Sandwich-Injektionsverfahren, sowie den Namenszusatz
"i" erhalten.
Ein Longseller ist die Hallberg-Rassy
31, ein Boot, das sich seit 1992 auf dem
Markt hält und schon über 300-mal verkauft
wurde. Das ist relativ viel für die
schwedische Traditionswerft, die nur einen
Bruchteil der Produktions zahlen der
französischen Konkurrenz aufweist. Der
markante positive Deckssprung, ein hoher,
aber schräger Bugsteven und die typischen,
blauen Streifen lassen optisch keinen Zweifel
an der Herkunft der Yacht. Die Windschutzscheibe
ist schon fast ein Markenzeichen
von Hallberg-Rassy. Das Design
des argentinischen Konstrukteurs German
Frers wurde modifiziert und erhielt den
Namenszusatz "MK II", also Mark Two,
Version Zwei. Neben einigen Änderungen
im Interieur hat das Boot im Wesentlichen
ein höheres, leichteres und leistungsfähigeres
Zweisalingsrigg erhalten.
Erstaunlich ist der hohe Ballastanteil. Am
1,71 Meter tief gehenden Flossenkiel aus
Blei hängen immerhin über 44 Prozent
des Gesamtgewichts. Kein anderes Schiff
im Vergleich weist ein derartiges Verhältnis
auf. Aber auch in Sachen Preispolitik
setzt sich das schwedische Boot deutlich
nach oben hin ab.
Eine Sonderstellung im Vergleich
nimmt zweifellos die Sirius 32 DS ein. Sie
polarisiert durch ihre Deckssalon-Konzeption
mit einem hohen Aufbau, der Kuttertakelung
und dem Klippersteven. Auf
den ersten Blick ist man versucht zu glauben,
dass es das deutsche Schiff vom Plöner
See im Vergleich schwer haben wird,
der Konkurrenz auf dem Wasser zu folgen.
Die Segeltragezahl von 3,6 (mit der
standardmäßigen Selbstwendefock berechnet),
der im Verhältnis kurze Mast,
das stattliche Gewicht von 5,5 Tonnen und
die betagte Konstruktion versprechen
nicht allzu viel in Sachen Performance unter
Segeln. Man wird sehen. Dabei übertrumpft
die Sirius preislich sogar noch die
Hallberg-Rassy.
Überraschung auf See Leinen los nun für die zweite Runde im umfassenden Schlagabtausch in der Klasse knapp unter zehn Meter Rumpflänge. Die Testbedingungen: zehn bis fünfzehn Knoten, glattes Wasser. Zählten bei der Beurteilung unter Deck noch Kriterien wie Innenraumkonzepte, Ausbauqualität und Komfortmaße, geht es nun um die Leistungen unter Segeln und Motor, die Bedienung und die Deckslayouts. Das überraschendste Ergebnis im Vergleich lieferte den Testern die Hallberg- Rassy 31. Sicher, die Boote aus der traditionsreichen Werft in Ellös an der schwedischen Westküste überzeugen immer wieder mit agilen Segeleigenschaften. Nobles Understatement wird der Werft gern nachgesagt, weil man den Yachten auf den ersten Blick nicht wirklich viel Dynamik zubilligen mag. Dabei segelt die 31er auf allen Kursen gut, sicher, schnell und mit ansprechender Höhe (45 Grad) auf der Kreuz. Die Segeleigenschaften erweisen sich als sehr ausgewogen. Das Boot findet beinahe von selbst die Windkante. Die kurzen, aber heftigen Böen auf der Flensburger Förde nimmt es spielend und ohne jegliche Tendenz, dabei auch nur im Ansatz außer Kontrolle zu geraten. Selbst bei viel Krängung bleibt die HR 31 ganz einfach auf Kurs. Das Kompliment gebührt nicht nur Konstrukteur und Werft, sondern auch den Segelrnachern von Elvström- Sobstad, welche dem Testboot einen Satz ausgezeichnet stehender Tücher geschneidert haben. Allerdings dreht das Ruder im Lager schwergängig und benötigt einiges an Muskelkraft. Leider bleibt damit auch das wichtige Feedback zum Ruderdruck aus. Spitzenreiter in Sachen Speed Die sehr guten Werte der Hallberg- Rassy werden im Vergleich nur noch von den beiden ausgewiesenen Sportlerinnen, der First 31.7 und der Elan 31, überboten, wie nicht anders zu erwarten. Die bei-den Cruiser/Racer markierten während den Gruppenfahrten schnell die Spitze im Feld. Die First 31.7 liegt außerordentlich gut auf dem Ruder. Das Erfolgsrezept aus der Figaro-Serie scheint auch bei dem Nachfolgemodell Wirkung zu zeigen. Die Segeleigenschaften an der Kreuz sind nahezu perfekt. Das Boot steckt die knackigen Böen mit Bravour weg, verlangt dabei aber eine aufmerksame Hand an Großschot oder Traveller. Die Chromstahlpinne auf dem Testschiff ist verhältnismäßig lang, wirkt daher mit einem riesigen Hebel und gibt dem Steuermann eine sehr angenehme Rückmeldung über den Druck auf dem Ruderblatt. Die Elan 31 hält mühelos das Tempo der First 31.7 im direkten Vergleich. Gegeneinander gesegelt, schenken sich die zwei Boote nicht viel. Auch auf langen Schlägen vermag sich keine der Yachten entscheidend von der anderen abzusetzen, weder in Sachen Speed noch in Bezug auf die Höhe. Beide segeln bei mittleren Winden etwa 40 Grad hoch am Wind und machen dabei gegen 6,5 Knoten Fahrt. Dazu muss erwähnt werden, dass die Elan in der zur Verfügung stehenden Testversion als Trainings- und Ausbildungsschiff des Kieler Yacht-Clubs sogar deutlich mehr auf Racing ausgerichtet ist als die Französin. So verfügt die Yacht aus Slowenien als einziges Boot im Test nicht über eine Rollreff-Einrichtung für das Vorsegel, sondern über ein Profilvorstag mit einem an Deck angeschlagenen Segelhals - das somit effektivere Rigg ist in diesem Fall zweifellos ein Vorteil in dem direkten Vergleich. Andererseits, auch das muss berücksichtigt werden, ist die Elan mit einem Gewicht von 4,5 Tonnen rund 750 Kilogramm schwerer als die First. Das allerdings scheint keinen Einfluss auf die Agilität bei Wind zu haben. Auch die Elan lässt sich fehlerfrei an der Windkante halten und nimmt die Böen mühelos. Bei diesem Boot scheint die Konfiguration unter-halb der Wasserlinie besonders gut gelungen: sehr angenehmer Ruderdruck, kaum Abdrift und ausgezeichnete Beschleunigung, zum Beispiel nach den Wenden. Die Segler auf der Hanse 315 hatten vor allem auf den Kreuzstrecken viel Freude an ihrem Schiff. Mit der kleinen Selbstwendefock und der verhältnismäßig langen Wasserlinie zeigt die deutsche Yacht speziell in Sachen Wendewinkel und Höhe am Wind der Konkurrenz aus dem Fahrtenlager das Heck. Die Wendewinkel betragen 80 Grad. Obwohl man bei Krängung der kurzen Pinne relativ stark entgegenwirken muss, zieht auch die Hanse in den Drückern ein schnurgerades Kielwasser in die Förde. Im Vergleich zur Elan und zur First segelt sie zwar etwas weniger agil, dabei aber gutmütig und erlaubt dem Steuermann auch mal, den Blick für einen Moment schweifen zu lassen. Die Konzeption und die Segeleigenschaften der Hanse werden von allen Testern als sehr ausgewogen und solide gelobt. Allerdings muss der Hanse-Segler auf den Vormwind-Kursen einstecken. Die Selbstwendefock ist ganz einfach zu klein, um mit Wind raumschots noch genügend Dampf aufzubauen. Das dürfte generell auf alle Leichtwind-Bedingungen zutreffen. Abhilfe kann hier natürlich ein Gennaker oder eine Genua schaffen. Mit einem gewichtigen Handicap hat die Dufour 325 zu kämpfen. Das Großsegel auf dem standardmäßig ausgerüsteten Testboot ist oben viel zu flach und lässt sich kaum anständig in Form bringen. Alle Trimmversuche bleiben erfolglos. In den Böen wird der Druck kaum in Beschleunigung umgesetzt. Das Resultat: Die Dufour erfordert einige Kraft, um auf Kurs hart am Wind zu bleiben. Nur wenn man das Groß schrickt, vermag die Französin dem Tempo der Spitzengruppe zu folgen, verliert dabei jedoch deutlich an Höhe. Dann aber verhält sich das Boot einwandfrei, schiebt kursstabil durch die Böen und liegt sauber auf dem gut dimensionierten Ruderblatt. Die Meinung der Tester ist einhellig: Die Dufour hätte mit ordentlichen Segeln bestimmt mehr Potenzial, als sie im Flensburger Testvergleich zeigen kann. Die Schlusslichter im seglerischen Gruppenvergleich bilden die Sun Odyssey 32i von Jeanneau und die Oceanis 323 von Beneteau. Die beiden ausgewiesenen Fahrtenyachten können insbesondere auf den ruppigeren Kursen hart am Wind den Anschluss an das übrige Feld nicht halten. Im Gegensatz zu allen anderen Konkurrenten sind sie auch nicht mit einem Falt-, sondern mit einem Festpropeller ausgerüstet, im Falle der Oceanis sogar mit einem dreiflügeligen. Das bewirkt natürlich eine gewisse Bremswirkung, die sich bei schwächerem Wind noch deutlicher zeigen dürfte. Besonders die Oceanis krängt trotz tiefem Kiel und genug Ballast stark in den Böen, hebelt in der Folge schnell aus und schmiert in die Sonne ab. Ihr sehr voluminöses Heck ist daran nicht unschuldig. Das Boot fordert vom Steuermann ständiges Arbeiten am Rad oder frühzeitiges Reffen. Ohne reduzierte Segelfläche muss ein Crewmitglied an der Großschot bereit stehen. Nur mit schneller Reaktion auf Böen lässt sich die Oceanis einigermaßen auf Kurs halten. Die Stärken dieser Yacht liegen seglerisch ganz klar auf den Vorm- und Raumwind-Kursen. Bei aufrechter Fahrt kommt dem Boot das breite Hinterteil dann wieder zugute. Mit raumem Wind macht sie den auf Kreuzkursen verlorenen Boden gut. Dasselbe gilt für die Sun Odyssey 32i von Jeanneau. Das Defizit der Yacht von der französischen Atlantikküste bei unkonstanten Windbedingungen ist wahrscheinlich gleichzeitig ihr großes Plus bei Leichtwind. Das Schiff ist nämlich erstaunlich agil und sehr lebendig. Bei konstanten Winden wird ihm dies zum Vorteil gereichen. Bei den Testbedingungen allerdings hat auch dieses Boot Mühe, auf Kurs zu bleiben und schießt bei viel Druck schnell in den Wind. Als einziges Schiff im Vergleich muss hier schon ab etwas mehr als 15 Knoten Wind die Genua ein gutes Stück rollgerefft werden - trotz zwei Meter Tiefgang und einem durchaus üblichen Ballastanteil. Wie schon die Oceanis verlangt auch die Sun Odyssey an der Kreuz nach viel Arbeit am Rad und an den Schoten. Die Sirius 32 DS muss wie schon in Teil 1 des Vergleichstests auch in Sachen Segeleigenschaften gesondert betrachtet werden, nicht zuletzt aufgrund ihrer optionalen Kuttertakelung, dem langen, flachen Kiel und dem angehängten Ruderblatt am Vollskeg. Auf der Testyacht wird bei mittleren Winden eine riesige Toppgenua ausgerollt. Die erhöht die bescheidene Segeltragezahl gegenüber der Standard- Ausstattung mit Selbstwendefock von 3,6 auf immerhin 3,9. Einmal in Fahrt, bietet die Sirius so konfiguriert spielend sogar den vermeintlich schnelleren Booten im Vergleich Paroli. Bis etwa 15 Knoten Wind zeigt das Schiff vom Plöner See ganz erstaunlich gute Segeleigenschaften. Frischt der Wind aber auf, muss das große Vorsegel schlagartig weg. Zu viel Druck verträgt das Boot nur schlecht, es wird instabil und verabschiedet sich relativ schnell in den Wind. Kein Problem, mit wenigen Handgriffen ist die Toppgenua ein- und die kleine Selbstwendefock ausgerollt. Der mühelose Segelwechsel ist ein ganz klares Plus der Yacht. Technik und Trimm Die Hersteller verfolgen bezüglich der Trimmeinrichtungen und deren Wichtigkeit die unterschiedlichsten Philosophien. Hohe, schmale und fraktional getakelte Riggs mit zwei Salingspaaren und zahlreiche Trimmmöglichkeiten finden sich in erster Linie auf den schnellen Booten, zum Beispiel auf der First 31. 7 und auf der Elan 31. Bei diesen Yachten werden Ober- und Unterwanten nahe ans Deckshaus geführt und die Kräfte über die Rüsteisen in den Rumpf eingeleitet. Damit kann eine größere Genua gefahren und diese zudem noch dichter geschotet werden. Im Gegensatz dazu verfügen die beiden fahrtenorientierten Yachten Oceanis 323 und Sun Odyssey 32i lediglich über ganz einfache, 9/l0-getakelte Riggs mit nur einem Salingspaar und Wantenführung auf außen liegenden Püttinge. Diese relativ dicken und starren Masten lassen sich allerdings meist nur schlecht trimmen. Das reduziert die Fahrtleistung. Große überlappende Vorsegel zum Beispiel können nicht gefahren werden, die Möglichkeiten zum Einstellen der Segel sind hier doch sehr beschränkt. Ein gut funktionierendes und wirksames Achterstag zum Beispiel gibt es nur auf der Elan, der First sowie auf der Hallberg- Rassy- bezeichnenderweise auf den schnellsten und am besten segelnden Booten im Vergleich. Dasselbe gilt für den Baumniederholer, für ausreichend und gut dimensionierte Winschen und leinenverstellbare Holepunkte. Auf der First und der Elan sorgt zudem ein Traveller im Cockpit für einen optimalen Stand und für beste Bedienbarkeit des Großsegels. Bei der Dufour, bei der Oceanis und bei der Sun Odyssey wurde die Führung der Großschot auf das Kajütdach verlegt. Diese Anordnung hält das Cockpit frei, und die Schot wird auf die Fallenwinsch seitlich vom Niedergang gelenkt. Vor allem Fahrtensegler freuen sich über das vergrößerte Platzangebot in der Plicht. Allerdings verlangt ein derartiges Deckslayout in jedem Fall eine zweite Trommel auf dem Kajütdach. Im Falle der Oceanis fehlt diese. Sportlich ambitonierte Segler bevorzugen dagegen die Führung der Großschot bei dieser Schiffskategorie über eine zentrale Talje mit Schotklemme im Cockpit, wie zum Beispiel bei der Hanse und der Hallberg-Rassy. Diese ist gut zugänglich und in den meisten Fällen ausreichend untersetzt, damit das Segel auch von Hand dichtgenommen werden kann. Die Genuawinschen sind bei allen Booten im Vergleich seitlich auf das Süll geschraubt und in fast allen Fällen auch gut erreichbar. Einzig die Platzierung auf der Sun Odyssey 32i ist zu kritisieren. Die Winden wurden hier so weit achtern angebracht, dass zwar der Steuermann an sie herankommt, die Crew aber kaum. Außerdem schlägt man sich bei einer Vollumdrehung die Knöchel am Heckkorb auf. Pinne oder Rad? Im Testteam gab die Frage "Pinne oder Steuerrad?" zu Diskussionen Anlass. Während einige die Leichtgängigkeit und das einfache Handling von Rad-Anlagen schätzten, bevorzugten andere das direkte und unverfälschte Steuergefühl an der Pinne. Die Entscheidung für ein System basiert also auf individuellen Ansprüchen und Vorlieben. Tatsächlich ist eine große Radsteuerung wie auf der Oceanis 323, auf der Dufour 325 und auf der Sun Odyssey 32i für ein Boot mit weniger als zehn Meter Rumpflänge doch eher fragwürdig. Diese Boote wären auch mit einer Pinne gut und sicher zu steuern. Beim Ruder bleibt in vielen Fällen das Gefühl für Boot, Giermoment und Segeldruck auf der Strecke. Gerade Anfänger tun sich damit schwer. Dazu kommt, dass ein großes Rad das achterliche Cockpit stark verbaut und den Ein- und Ausstieg über das Heck behindert. Sowohl Beneteau als auch Dufour begegnen diesem Problem mit einem umklappbaren beziehungsweise abnehmbaren Rad als Sonderausrüstung. Bei der Sun Odyssey 32i wie auch der Hanse 315 gibt's Rad oder Pinne wahlweise. Die Radsteuerung ist auf diesen Booten als Option mit Preisaufschlag zu haben. Sonderling Sirius offeriert in der Testversion mit Innensteuerstand sowohl als auch. Das sehr kleine Rad im Deckshaus ist zum Segeln jedoch nur bedingt geeignet. Dafür bietet es gute Dienste bei Schietwetter und Maschinenfahrt. Alle Boote im Test beweisen nach kurzer Eingewöhnung recht gute Manövriereigenschaften unter Maschine. Äußerst wendig lassen sich insbesondere die First, die Elan und die HR bewegen. Sie bestätigen ihren agilen Grundcharakter nach den Segeltests auch im Hafenbecken. Die Dufour und die Hanse sind ebenfalls ohne weitere Probleme einzuparken, das Thema Radeffekt ist ihnen weitgehend fremd, die Schubwirkung auf die Ruderblätter gut. Bei der Oceanis und bei der Sun Odyssey dagegen zieht das Heck bei Beschleunigung vorwärts und rückwaÅNrts schon mal etwas weg; ein Effekt, den sich der Skipper auch zunutze machen kann. Etwas behäbiger als die Konkurrenz verhält sich die Sirius im Hafen. Sie braucht aufgrund ihres Gewichts, wegen des langen Kiels und des am Skeg geführten Ruders ihre Zeit, um den Schub der Maschine umzusetzen. Preise und Kosten Gezielt wurde bisher in beiden Teilen des Vergleichstest auf ergänzende Kommentare bezüglich der Preise verzichtet. Es macht in der Tat nicht viel Sinn, bei der objektiven Bewertung von Ausbauqualitäten, Ausrüstung oder Segeleigenschaften alles immer wieder in Relation zum Kaufpreiszu setzen. Doch nun wird abgerechnet: Das teuerste Boot im Vergleich - und dies gleich mit Abstand - ist die Sirius 32 DS. Ihr Preis (147765 Euro segelfertig, nach YACHT-Definition) ist mehr als doppelt so hoch wie der einer Hanse 315 (72 250Euro). Keine Frage, die Sirius ist bis ins kleinste Detail gut und sauber gemacht. Die Holz- und Gelcoat-Arbeiten sind exzellent ausgeführt und von hochwertiger Qualität. Die Konzeption als aufwändig konstruierte Deckssalonyacht mit Innensteuerstand, die Vielfalt an bestellbaren Optionen und Ausbauvarianten, Teakdeck als Standardausführung, die kleinen Stückzahlen als Ausdruck einer traditionellen Manufaktur im Bootsbau - all das findet bei diesem Boot berechtigterweise seinen Niederschlag. Die Hallberg-Rassy 31 erscheint im direkten Vergleich zur Konkurrenz ebenfalls sehr teuer. Mit 125690 Euro segelfertig ist sie zwar gut 20 000 Euro günstiger als die Sirius, aber immer noch deutlich teuer als die nächste Preisklasse. Zwischen dem schwedischen Boot und der Dufour 325 aus Frankreich liegen immerhin stattliche 30000 Euro. Auch bei der Hallberg sind die Argumente bezüglich Ausbaustandard und Hochwertigkeit durchaus begründet. Genau wie bei der Sirius ist das Qualitätsniveau der schwedischen Werft im Vergleich zur Großserie eine andere Liga. Allein die Holzeinbauten bei Sirius und Hallberg sind gegenüber den Wettbewerbern kaum in Relation zu setzen. Die Furniere sind um ein Mehrfaches dicker, die Arbeiten sauberer, die Kanten gebrochen, alle Hölzer lackiert oder aufwändiger versiegelt. Nicht zuletzt ist der gesteigerte Wiederverkaufswert der Qualitätsprodukte ein Argument für das hohe Preisniveau. Recht teuer erscheint die Dufour. Sie ist im Großen und Ganzen gut gemacht, kostet mit 93 200 Euro aber mehr als alle anderen Großserienboote. Dahinter liefert sich die Konkurrenz im Preiskampf ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Preisspanne mittelt sich für alle Boote bei rund 85000 Euro mit segelklarer Ausstattung, plus/minus 8000 Euro, je nach Modell (s. Datenkasten Seite 56/57). Das günstigste Angebot im Vergleich bietet Hanseyachts mit der 315. In der segelfertigen Ausführung wechselt sie schon für attraktive 72 250 Euro den Besitzer, und dies bei einer ordentlichen Standardausstattung. In der Klasse (Übersicht auf S. 60/61) wird die Hanse im Preiskampf nur noch von der Bavaria 30cruiser unterboten. Pluspunkte fürs Gesamtpaket Kombiniert man die Bewertungen aus dem ersten Teil des Testes für die Innenräume mit den Segeleigenschaften und dem Ausrüstungsstandard, ergibt sich ein klares Bild. Dabei ist die Sirius 32 DS ein Sonderfall. Sie gefällt in der Konzeption als Deckssalonyacht, segelt trotz hohem Gewicht und betagter Konstruktion zumindest bei Wind überraschend gut und punktet mit einer überwältigenden Qualität und viel Varianz. Die Yacht polarisiert; man wird sie lieben oder ablehnen. Die Hallberg-Rassy 31 ist das rundeste, kompletteste und das praxisorientierteste Gesamtpaket. Die Schwedin überzeugt mit nur wenigen Abstrichen und einem durchdachten, stimmigen und ausgereiften Angebot. Wer es sich leisten kann, ist damit gut bedient und dürfte sich auch über den hohen Wiederverkaufswert freuen. Einen ordentlichen Gesamteindruck hinterlassen gleichermaßen die Dufour 325 und die Hanse 315. Sie bilden zwei sehr gute Kompromisse innerhalb der Konkurrenz, wobei die Dufour noch klarer auf Wohnen und Cruising, die Hanse dafür eher auf den Schwerpunkt Segeln gebürstet ist. Ist der Preis ein gewichtiges Thema, gewinnt das deutsche Boot gewaltig an Attraktivität und überzeugt insgesamt ganz klar in der wichtigen Kategorie Preis/ Leistung. Die Oceanis 323 von Beneteau und die Sun Odyssey 32i von Jeanneau sind ausgewiesene Tourer mit wenig Anspruch auf Sportlichkeit. Sie fallen insbesondere in den Segelleistungen ab, haben dafür aber wie die Dufour Vorzüge in Sachen Volumen und Platzangebot unter Deck. Den Gegenpol dazu markieren die Elan 31 und die First 31.7. Sie weisen zwar tolle Segeleigenschaften als schnellste Boote im Vergleich auf, offenbaren gleichermaßen aber auch einige, wenn auch kleine Mängel bei der Verarbeitung, speziell unter Deck. Der Wohnraum ist naturgemäß bei ihnen begrenzt. Die Testanten bieten also große Varianz für jeden Interessenten. Und: Wer hier nicht fündig wird, hat noch diverse weitere Alternativen in der attraktiven 32-Fuß-Klasse. |
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