| Das sagt die "yacht" zur Hanse 311 | ||
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Abschrift des Test der Hanse 311 . Link zum Original-Artikel am Ende dieser Seite. |
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| Ein wenig Stolz hört man heraus, wenn Michael "Schmiddel" Schmidt von seiner Werft, dem Yachtzentrum Greifswald, redet: ,,wir haben in diesem Jahr gut 150 Yachten gebaut und sind im Marktsegment der Einrumpfer zwischen 30 und 40 Fuß der fünftgrösste Hersteller in Europa." Er darf sich freuen über diese Leistung, denn er hat die abgewirtschaftete Werft kurz nach der Wende übernommen und dann langsam, aber konsequent hochgerüstet. Um dem Leistungsdruck der Konkurrenz wie Beneteau, Jeanneau und Dufour in Frankreich sowie von Bavaria im eigenen Land standhalten zu können, setzt "Schmiddel" nicht allein auf bekannt gute Konstrukteure wie JudellVrolijk, Joubert/Nivelt oder Södergren, sondern inzwischen auch verstärkt auf eine eigene Abteilung für Produktionstechnologie und Design, die eng mit ortsansässigen Ingenieurbüros zusammenarbeitet. Sein Ziel ist eine noch effizientere Produktion, um das Preis-Leistungs-Verhältnis der Hanse- Yachten weiter zu verbessern. ,,wir wollen auch in Zukunft hochseetaugliche, gut segelnde und elegante Yachten bauen", so Schmidt, "die einfach zu bedienen sind und einen hohen Wiederverkaufswert haben. Wir haben zuerst nur kleine Yachten produziert und sind damit sehr gut gefahren. Und weil wir unsere Wurzeln nicht vergessen haben, bringen wir jetzt die neue kleine Hanse 311 zu einem kaum schlagbaren Preis auf den Markt:' 124500 Mark Einstandspreis sind tatsächlich derzeit das untere Ende der Preisspanne für neuneinhalb Meter lange Schiffe. Das Konstruktionsbüro JudellVrolijk & Co. Engineering in Bremerhaven hatte die übliche, schwierige Aufgabe zu lösen: Die neue kleine Hanse 311 zeigt denn auch recht gefällige Linien, und unter Deck hat man das Gefühl, sich auf einer deutlich größeren Yacht zu befinden. Jedoch geht das etwas zulasten der Optik: Der weit auf das Vorschiff ragende Aufbau ist Geschmackssache. Die Aufgabenstellung ist also nahezu bewältigt worden, denn - so bewies der Test - das Boot segelt außerdem ausgezeichnet. Ein Grund dafür mag im niedrigen Gewicht liegen: Trotz hoher Anforderungen an die Qualität und den ( Ausbau ist es gelungen, das Schiff mit 3,9 Tonnen Gewicht vergleichsweise leicht zu halten. Der 7/8-geriggte Zwei-Salings Mast kommt ohne Backstagen aus. Die 311 ist - wie alle anderen Hanse-Typen - serienmäßig mit einer gut funktionierenden Selbstwendefock ausgestattet, sodass die Bedienung des Schiffes selbst für die klein(st)e Crew zum Kinderspiel wird. Wir haben den Prototyp der Hanse 311 mit flachem Kiel (möglich sind 1,40 oder 1,75 Meter Tiefgang) an einem der letzten schönen Herbsttage auf dem Greifswalder Bodden gesegelt. Spannend war der direkte Vergleich mit der deutlich größeren, ebenfalls nagelneuen Hanse 371 Deckssalon, die Werftchef Schmidt höchstpersönlich steuerte: Die kleine Yacht lief an der Kreuz nur unwesentlich langsamer, dafür aber etwas höher, sodass die Geschwindigkeit nach Luv in etwa gleich war. Allerdings war die 371 mit Kielschwert, Doppelruderanlage und Bugstrahlruder sowie anderen Extras gut eine Tonne schwerer als eine 371 mit Achtercockpit. 5,5 Knoten erzielten wir bei einem wahren Wind von 10 bis 12 Knoten als Spitzengeschwindigkeit an der Kreuz und hatten das Gefühl, da steckt noch mehr drin. Und in der Tat, als das Boot unmittelbar nach dem Test verladen wurde, entdeckten wir einen dreiflügeligen Festpropeller am Saildrivel Der Faltprop war nicht termingerecht geliefert worden. Mal abgesehen von dem versäumten Speedgewinn: Die oft so mühselige Kreuzerei machte mit den gut stehenden und fein trimmbaren Segeln und der Selbstwendefock richtig Spaß. Und ein Wendewinkel von 75 Grad nach GPS ist angesichts der leichten Brise ein hervorragender Wert. Bei geschrickten Schoten taucht natürlich sofort die Frage nach einem größeren Vorsegel auf. Die Schienen dafür sind serienmäßig vorhanden, und wer bei leichtem Wind lange Strecken absegeln will, sollte sich mit der Anschaffung einer 150-Prozent-Genua ~beschäftigen. Trotzdem segelte die Hanse 311 dank des vergleichsweise mächtigen Großsegels immer noch recht schnell: 6,1 Knoten bei 60 Grad und 5,1 bei 90 Grad Windeinfall. Empfehlenswert ist aber in jedem Fall das Sonderpaket "Spinnaker" für 2450 Mark. Denn naturgemäß sackte der Speed unter den vorherrschenden Bedingungen bei Windwinkeln achterlicher als querab stark ab: auf 3,7 Knoten raumschots und auf 3,1 platt vorm Wind. Einen Traveller gibt es nicht, und das lässt sich verschmerzen: Das Großsegel ist mit Schot und Kicker perfekt trimmbar, und wer allein unterwegs ist, muss nicht erst klettern, um an die Fallen und Strecker auf dem Kajütdach zu gelangen Das Boot ließ sich auf allen Kursen sehr gut steuern, ob gemütlich vom Cockpit aus oder von der Kante. Der Ruderausschlag beträgt mehr als 90 Grad nach beiden Seiten, sodass schnelle Manöver auf engstem Raum möglich sind. Mit Spannung ist zu erwarten, wie die kleine Hanse bei IMS-Regatten zum Beispiel gegen die schnelle Cross 31 abschneiden wird. Vor allem im Wohnbereich und in der Nasszelle fällt das grosszügige Raumangebot wohltuend auf. Das Testschiff hatte eine begehbare Backskiste, Dass Werftchef Michael Schmidt großen Wert auf die Bezahlbarkeit seiner Schiffe legt, ist seit seiner Werbekampagne mit dem Preishammer vor einigen Jahren bekannt. Mit einem Grundpreis von 124500 Mark für die neue kleine Hanse 311 - eine ansprechende, sehr gut segelnde Yacht mit großem Platz- und Stauraum-Angebot - hat er erneut einen Coup gelandet, der Kunden und Konkurrenz aufhorchen lässt | ||
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