Das sagt die "yacht" zur Beneteau Cyc 43-3 |
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Abschrift des Test der Beneteau Cyclades 43-3 . |
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Die Beneteau Cyclades 50Am Steg gilt es, den Segeltag mit einer kurzen Meditationsübung zu beginnen: "Du bist kein verwöhnter Eigner. Du bist Chartersegler. Du willst einen Monsterkühlschrank. Ein Bad für dich allein. Platz für Klamottenberge. Einfache Technik, die in einer Charterwoche zu begreifen ist. Traveller, Achterstagspanner - alles Regatta-Mumpitz ... " Augen auf - et voila: Beneteaus Vorschlag, die Wünsche vieler Charterer zu erfüllen, schwimmt am Steg. Auf den Namen Beneteau Cyclades 50 hört der dicke Brocken, dessen Bordwände mächtig aufragen. Mal eben umsteigen ist nicht, ein kleiner Kletterakt ist gefragt. Erste Lektion: Raum hat seinen Preis, die Beneteau Cyclades 50 ist sehr hochbordig. Aber irgendwoher muss der Platz für Stehhöhe mit ausgefahrenem Chapeau claque auf dem Kopf, bis zu elf Kojen oder vier Nasszellen ja kommen. Denn das ist tatsächlich das erklärte Ziel der Serie. Ein segeltechnisches abgespecktes, aber funktionelles Schiff, einfach zu bedienen, dafür in Sachen Raum und Charteranforderungen optimiert. Kein Eigner-Schnickschnack, zig Einrichtungsalternativen, Tiefgangsoptionen oder filigrane Masten mit diversen Trimmmöglichkeiten. Dadurch wird die Beneteau Cyclades 50 zudem recht günstig - was ebenfalls gewollt ist. So vermag sie die Lücke zwischen der tiefpreisigen Bavaria-Konkurrenz und den bislang deutlich teureren, für anspruchsvolle Eigner konzipierten Oceanis-Modellen zu schließen. Ein Konzept, das aufzugehen scheint: "Rund 120 der kleineren 3ger und 43er Cyclades-Modelle sind bereits verkauft", erzählt Bruno Gouezigoux aus Beneteaus Marketingabteilung. "Und wir sind selbst ein wenig überrascht: Die Boote, vor allem die 43 er, werden oft von Segel-Neueinsteigern gekauft." Das neue Flaggschiff der Cyclades- Reihe dürfte dagegen mehrheitlich auf große Chartercrews und den Kojenchartermarkt abzielen. Dafür spricht auch die Möglichkeit der Ausbauvariante mit einer winzigen Skipperkoje samt Nasszelle in der abgeschotteten, nur über ein Klappluk zu erreichenden Vorpiek als Option. An Bord der Beneteau Cyclades 50Doch genug der Modellpolitik, zurück an Bord der Beneteau Cyclades 50. Wie es dem Charakter der Beneteau Cyclades 50 entspricht, zunächst ein Blick unter Deck, um zu sehen, ob es die Träume engegeplagter Chartersegler erfüllt. Da fällt zunächst auf, dass Streitereien um die Kojen auf der Beneteau Cyclades 50 der Vergangenheit angehören dürften. Die vier Kammern (optional fünf, dann entfällt das Backbordbad) sind sowohl im Vorschiff als auch achtern symmetrisch und vom Platzangebot nahezu gleich grosszügig. Und: Jede Kammer ist mit eigenem, völlig ausreichendem Bad ausgestattet. Egalite, alle Segler sind gleich. Seltsam ist die Anordnung der Spiegel in den Bädern der Beneteau Cyclades 50: mal an der GFK-Wand, mal über dem Klo, nur nie über dem Waschbecken, wo man ihn vermuten würde. Darunter findet sich ein Gewirr von Schläuchen und Seeventilen, das aber gut beschriftet ist und wo die doppelten Schlauchklemmen sogar Überzüge zum Schutz vor Verletzungen tragen. Die Beneteau Cyclades 50 verfügt bereits in serienmäßiger Ausstattung über einen Fäkalien-tank im achteren Backbordbad, der allerdings den Schrankplatz belegt. Wie zu erwarten, ist das Platzangebot in den Kammern auf einem 50-Fußer üppig: Stehhöhe fast überall zwei Meter, die Kojen sowie der Raum darüber sind durchgängig selbst für Riesen mit Schuhgröße 47 völlig ausreichend. Die Liegeflächen haben annähernd Ehebett-Maße und dürften selbst anspruchsvollere Menschen zufriedenstellen. Die Ablagen der Beneteau Cyclades 50 sind mit versetzbaren Teilern versehen, Platz in Schränken und offenen Ablagen gibt es reichlich, und unter den hohen Kojen schluckt eine Schublade zusätzlich Wäsche. Ärgerlich nur, dass viele der Druckknöpfe für die Schranktüren haken und einen eher billigen Eindruck machen. Das fällt besonders auf, da die Beneteau Cyclades 50 ansonsten unter Deck - auch dank Innenschale - sehr sauber verarbeitet ist und das helle, freundliche Design der Holzeinbauten einen guten Eindruck hinterlässt. Dabei verzichtet die Werft auf riesige Panoramascheiben und baut stattdessen klassische Decksluken ein. Der Eindruck gilt auch für den Salon, der sehr klassisch gehalten ist: Küchenzeile an Backbord, am Niedergang eine ausreichend große Navi-Ecke, davor der Salontisch, an dem acht Leute passabel sitzen können. Für mehr wird es eng. Die enorm große Küchenzeile fällt auf, weil sie einen Widerspruch in sich vereint: zwei getrennte, sehr grosszügige Kühlschraänke (Aufpreis) und Stauräume in gigantischen Dimensionen einerseits, und dann andererseits ein winziger zweiflammiger Gasherd. Für acht Crewmitglieder aufwändig zu kochen scheint da eher schwierig, zumal die dafür nötigen Töpfe kaum Platz finden. Hier hat wohl eine weitere Chartermarkt-Erkenntnis ihre Spuren hinterlassen: Die Crews gehen überdurchschnittlich oft essen. Sehr praktisch ist dagegen das Salon- Layout mit dem großen Mitteltresen, der Kühlschrank Nummer zwei beherbergt und zugleich Arbeitsfläche ist. An ihm kann man sich bei Seegang unter Deck der Beneteau Cyclades 50 in dem sehr breiten Boot gut abstützen. Die Beneteau Cyclades 50 ist auch für AnfängerLob verdient das komplett neuartige Sicherungspaneel in der Navi: Mit blau illuminierten, sehr gelungenen Piktogrammen für die Schalterbelegung hat Beneteau für die Beneteau Cyclades 50 eine Lösung gefunden, die Schule machen sollte. Selbst Segel- Neulinge erkennen sofort die richtige Sicherung und schalten nicht versehentlich stundenlang die Bilgenpumpe an. Alle Tanks und Batterien sind über eine Anzeige mit Umschaltern in null Komma nichts auf Füllstände gecheckt. Ihr Volumen fällt reichlich aus: Mit fast einer Tonne Frischwasser und 440 Liter Diesel ist man in Buchten lange autark. Erweiterungsplatz für neue Geräte hat das Paneel zwar nicht, allerdings war von Klimaanlage bis 230-Volt-Steckdosen sämtliche wünschenswerte Elektronik auf der Beneteau Cyclades 50 installiert. Kojencharterern gut, Skippern dagegen weniger gefallen dürfte die optionale einzelzellenartige Kammer hinter dem Ankerkettenkasten im Vorschiff: Sie ist komplett vom Inneren der Yacht separiert und verbannt den professionellen Schiffsführer in eine winzige Koje direkt über einer Toilette. Aber was soll's, dafür wird der Mann ja bezahlt. Unter Deck hält die Beneteau Cyclades 50 also, was sie verspricht, eine achtköpfige Crew findet idealen Wohnraum. Aber wie segelt eine Yacht, die von vornherein als einfach und funktionell angekündigt wird? Die entscheidende Frage ist, ob die Beneteau Cyclades 50 mit dem simpel definierten Segelanspruch die Crew einigermaßen zufriedenstellend durchs Revier befördert. Die Segeleigenschaft der Beneteau Cyclades 50Das muss der weiße Riese bei Nieselregenwetter mit 4 bis 5 Beaufort und der unbehaglichen Dünung eines Sturms vom Vortag beweisen. Die relativ knapp bemessene Segelfläche ist schnell gesetzt. Dabei mutet ungewöhnlich an, dass das Groß serienmäßig nicht gerollt, sondern klassisch mit Lazyjacks und zwei durchgehenden Latten im Topp-Bereich geschneidert ist. Rollmasten sind ab Werft nicht vorgesehen. Die Genua fällt mit 105 Prozent recht klein aus, größere Überlappungen sind wegen der weit außen angebrachten Wanten nicht machbar. Entsprechend segelt die Beneteau Cyclades 50 eher gutmütig. Die 8-Knoten-Marke ist bei diesen Bedingungen realistisch, und die Beneteau Cyclades 50 liegt gut auf dem Ruder. Nur in Böen, die eigentlich bereits ein Reff erfordern, will sie deutlich in den Wind. An selbigen kommt die Beneteau Cyclades 50 nicht allzu hoch: 50 Grad waren das Maximum, wenn man nicht zu sehr einparken will. Liegen dürfte das wohl auch an den Segeln, an denen sichtbar gespart wurde: Ein Kopfbrett gibt es nicht, wodurch das Tuch im Toppbereich sehr schmal ist. Die Mastrutscher sind am Segel lediglich mit Gummistropps befestigt. Ein Schotgurt mit Klettband ersetzt die übliche Block! Rutscher-Kombi für den Unterliekstrecker auf dem Baum, was im Prinzip völlig in Ordnung ist. Allerdings erwies sich der Verschluss als nicht kräftig genug, er öffnete sich immer wieder, sodass das Unterliek mit zusätzlichen Bändseln gesichert werden musste. Segel-Lowtech sozusagen, aber für normales Tourensegeln ausreichend. Die Beschläge und Winschen bleiben dieser Linie treu: Das Nötigste ist da, unkomplizierte Handhabung garantiert, Schmankerl wie ein Kicker fehlen. Unter Motor ist das Schiff mit seinem 100-PS-Yanmar gut bestückt, ein dreiflügeliger Festpropeller beschleunigt schon bei Marschfahrt auf gute 9 Knoten. Die Beneteau Cylades 50 ist ein Boot, das seiner Aufgabenstellung gerecht wird: Es bietet viel Wohnraum auch für große Crews, ist seglerisch einfach und problemlos bedienbar. Keine Yacht zum Verlieben, aber ein verlässlicher Begleiter für den Charter- Segelurlaub. Wie sie sich im Vergleich zur Giebelstädter Konkurrenz schlägt, die fast 20000 Euro günstiger ist, muss sich zeigen. |
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