Yachttest: Testbericht "yacht" Bavaria 37-2 |
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Die Bavaria 37.2Wie konzipiert man ein 37 Fuß langes Schiff, das auf Massenproduktion ausgelegt ist und somit viele Menschen ansprechen soll? Das Boot muss Vercharterer als wichtige Klientel durch niedrigen Preis, Fehler- und Wartungsarmut und simple Bedienung ebenso zufrieden stellen wie Chartercrews und Eigner. Überlegungen, die offensichtlich auch Bavaria Yachtbau geleitet haben. Konzept der Bavaria 37.2Die neue Bavaria 37.2 wurde konsequent in eine Richtung ausgelegt - sie sollte zwar auch ordentlich segeln können, aber muss mehr noch den Komfort bieten, der heute bei reinen Fahrtenschiffen Standard ist. Bedeutet: reichlich Platz für Mensch und Material. In dieser Klasse, klar, muss eine Version mit grosszügiger Vorschiffskabine sowie zwei Heckkabinen erhältlich sein. Das verlangt nach gewissen Abmessungen. Ergebnis: fülliges Vorschiff, breites Heck, üppige maximale Breite, hohes Freibord. Insgesamt: viel Volumen. Die Kehrseite der Bavaria 37.2 ist, dass so ein Schiff viel Formwiderstand mit sich schleppt, also Abstriche bei den Leistungen unter Segeln hinzunehmen sind. Was noch potenziert wird, wenn der Kunde den optionalen flacher gehenden Kiel mit 1,60 Meter Tiefgang wählt. Bavaria 37.2: VergleichIm Standard ist die Bavaria 37.2 denn auch die 1,95 tiefe Variante angeboten, ebenso wie ein Rigg mit konventionellem Großsegel, das mehr Leistung als ein Rollreffrigg verspricht. Dennoch: Der Verhältniswert von Segelfläche zu Verdrängung (Segeltragezahl) von 4,31 weist die Bavaria 37.2 selbst mit dem Normalgroß zielgruppengerecht als reinen Tourer aus. So tritt denn Bavaria mit der Bavaria 37.2 auch nicht gegen sportive Yachten an, sondern muss Kunden gewinnen, die sich beispielsweise mit Beneteaus Oceanis 37, Hanse 370, Dufours 385 der Cruising-Reihe Grand'Large oder der Delphia 37-2 befassen. Als Konkurrent passend vom Konzept her wäre auch eine Beneteau Cyclades 39 aus Beneteaus cruiser-Reihe, wenn es denn eine in der betreffenden Größe gäbe. Betrachtet man den Preis, ist die Bavaria 37.2 aus dem Frankenland jedenfalls schon Weltmeister. Mit 95300 Euro rangiert es deutlich unter der Konkurrenz. Lässt man die Kosten beiseite, wird sich ein Kunde mit den üppigen Formen der Yacht befassen Bavaria 37.2 an DeckAuffällig sind auch die großen ovalen Fenster der Bavaria 37.2 im Aufbau (die übrigens alle zu öffnen sind), die allerdings stilistisch kaum zu den Rumpffenstern passen. Anzumerken ist ebenfalls - zumindest an dem Testboot - eine ausgesprochene Hecklastigkeit, selbst ohne Crew im Cockpit. Bavaria 37.2: die TestfahrtMan merkt die Hecklage jedoch schon in der Vorschiffskoje liegend, weil der Kopf nach unten weist. Bei Starkwind jedenfalls ist davon nichts zu spüren; eine durchrauschende Front der Stärke 6 bis 7 Beaufort auf der winterlich kalten westlichen Ostsee beschleunigte das Schiff auf 8,5 Knoten bei halbem Wind. Dabei schoss es erst ab einer Schräglage von 30 Grad in den Wind und war einfach wieder unter Kontrolle zu bringen. Dann ließ der Wind stark nach. An die 10 Knoten vermag die standardmäßig konfigurierte Bavaria 37.2 in Geschwindigkeiten von etwa 4,7 Knoten auf der Kreuz umzusetzen, und dies bei Wendewinkeln von annähernd 100 Grad. Die standardmäßigen Genuawinschen fallen zu klein aus und stehen für einfaches Kurbeln etwas zu weit außen. Größere lassen sich aber einfach nachrüsten; die Podeste sind entsprechend vorbereitet. Der 18-fach untersetzte Achterstagspanner der Bavaria 37.2 dagegen ist kräftig genug und serienmäßig an Bord, was bei einem Schiff dieser Konzeption positiv überrascht. Die Serien-Ausstattung der Bavaria 37.2Wie auf Fahrtenyachten üblich, wird die Großschot auf dem Kajütdach per Fallenwinsch getrimmt. Schön: Es gibt einen Traveller, auf den man angesichts des Grundkonzeptes fast verzichten könnte. Unverzichtbar dagegen sind die ebenfalls serienmäßigen leinenverstellbaren Holepunkte; das ist nicht nur dem Trimm, sondern auch dem Komfort förderlich. Die Genuaschoten lassen sich vom Rad aus bedienen, und dennoch ist genug Platz für den Vorschoter vorhanden. Die serienmäßigen Segel von Elvström- Sobstad machen einen ordentlichen Eindruck, ebenso wie das robuste und sauber gefinishte Zweisalingsrigg von Selden. Das durchgelattete Groß wird mit zwei Einleinenreffs gekürzt, was wunderbar einfach und schnell funktioniert. Erfreuliches unter Deck. Aus der Sicht des aktiven Seglers gibt es agilere Boote. Aber Bavaria hat sich offensichtlich auf die Wünsche jener Fahrtensegler konzentriert, die vor allem Komfort suchen. Und den bekommen sie auch und besonders unter Deck geboten. Bavaria 37.2: Der Innenraum![]() ![]()
Erst einmal ist der Stauraum üppig. Neben den vielen Schapps und Schränken schlucken die Räume unter den Kojen in Salon und Vorschiff reichlich Material. Die Stehhöhen im Salon reichen von 1,90 bis satten 2,04 Metern. Die allgemeinen Proportionen gefallen; ebenso das schiere Raumgefühl, wenn man den Salonbetritt. Das liegt neben der Schiffsbreite und dem hohen Freibord in Kombination mit dem grosszügigen Aufbau auch an der Tatsache, dass keine WC- Kabine in den Hauptraum ragt, die den Durchgang einengt. Die Bavaria 37.2 ist als Drei- oder als Zweikabiner zu haben. Mit nur einer Kammer achtern wird der übrige Raum im Heck einer größeren Backskiste sowie einer voluminösen Nasszelle zugeschlagen. Wählt man die identischen Achterkammern (Testversion), ist das Bad im Vorschiff untergebracht. Geradezu royal sind die Abmessungen der Vorschiffskoje: 2,03 Meter lang und in Schulterhöhe 2,00 Meter breit ist unüblich viel für ein Schiff dieser Größe. Enger wird's achtern bei gleichen Kabinen: Knapp 1,50 Meter Schulterbreite mögen noch ausreichen, aber die Länge von unter 2,00 Metern ist für viele Menschen zu gering. Gut dagegen: Weitere Schlafstätten finden sich im Salon, wo man sich auf einer Polsterlänge von 1,96 (Backbord) und 2,39 Meter (Steuerbord) bei Schulterbreiten von je 65 Zentimeter betten kann. Auffällig ist die heterogene Lackierung; die Türen sind in der Oberfläche glatter Fazit des Yachttest Bavaria 37.2Das Gesamtpaket ist stimmig, die Ausrichtung konsequent, der Preis günstig. Dafür fehlt es etwas an seglerischer Finesse. Die innerhalb von zehn Monaten verkauften 523 Einheiten jedenfalls sprechen für sich. Das ist rekordverdächtig. |
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| Kojen: | |
| Kabinen: | + Salon |
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| Länge ü.a.: | m |
| Breite: | m |
| Tiefgang: | m |
| Baujahr: | ' |
| Gewicht: | t |
| Maschine: | (0PS) 0kW |
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